04/09/2026
Aufruf zur Mithilfe
In den Kommentaren wird immer die Schuld an der Hungersnot im Glarnerland, den Russen angelastet. Doch es waren auch Franzosen und Österreicher hier und diese länger.
Hungersnot im Kriegsjahr 1799 Kt. Glarus. Haben die Franzosen und Russen etwas an die Kriegsschäden bezahlt? Belegt ist in Glarner Geschichtsbüchern, dass die Russen teilweise für Lebensmittel bezahlt haben. Jetzt geht es aber um das «RUSSENGELD» welches später aus Russland kam.
Nein, die Franzosen haben für die Einquartierungen im Kanton Glarus (der während der Helvetischen Republik weitgehend zum Kanton Linth gehörte) nichts bezahlt.
Ganz im Gegenteil: Die betroffene Bevölkerung und die Gemeinden mussten die immensen Kosten für die Truppen vollständig selbst tragen.
Was wissen wir über das «Russengeld» im Glarnerland?
Nach den schweren Kriegsjahren um 1799 erhielt das Glarnerland offenbar finanzielle Hilfe aus Russland. Doch wie viel Geld wurde tatsächlich verteilt – und an welche Gemeinden?
Bei der Suche nach verlässlichen Angaben bin ich auf folgende Hinweise gestossen:
In der Geschichte der Gemeinde Netstal von Paul und Hans Thürer (1963, S. 107) steht, dass Kaiser Alexander I. von Russland durch Vermittlung Glarner Handelsleute eine bedeutende Summe an die Gemeinden schicken liess. Netstal erhielt 2'170 Gulden. Davon bekam jeder Einwohner über 20 Jahre 1 Gulden 14½ Batzen; der Rest wurde zur Tilgung der Kaufschuld von Güntlenau verwendet.
Für Schwanden schreibt Emanuel Schmid in seiner Gemeindegeschichte lediglich von „einer bedeutenden Summe“. Die im Internet häufig zu findende Angabe von 200 Dukaten konnte ich im Buch selbst nicht finden und möchte sie deshalb nicht als Tatsache weitergeben.
Auch die oft genannte Gesamtsumme von 7'200 Rubeln ist für mich derzeit nicht ausreichend belegt.
Deshalb meine Frage an alle, die sich mit der Glarner Geschichte beschäftigen:
Hat jemand in einer alten Gemeindegeschichte, in Familienunterlagen, Ratsprotokollen oder anderen Quellen Angaben über dieses russische Hilfsgeld gefunden?
Besonders interessieren mich:
• die Beträge, die einzelne Gemeinden erhielten,
• das genaue Jahr der Auszahlung,
• die ursprüngliche Gesamtsumme,
• die Frage, ob tatsächlich Alexander I. oder noch Paul I. der Spender war,
• und vor allem: Was bedeutete dieses Geld damals tatsächlich an Kaufkraft?
Für Netstal sind 2'170 Gulden bereits belegt. Gibt es ähnliche Angaben für Schwanden, Glarus, Näfels, Mollis, Niederurnen oder andere Gemeinden?
Jede Quellenangabe, auch ein Hinweis auf eine alte Gemeindegeschichte oder ein Ratsprotokoll, wäre sehr willkommen. Ziel ist eine möglichst zuverlässige Darstellung – NICHT die Weitergabe von Zahlen, die irgendwann einmal im Internet aufgetaucht sind. Es sind nämlich im Netz ganz unterschiedliche Angaben zu finden. Google KI schreibt "Räubergeschichten" aber das schreibt sie ja auch, wenn man Fragen zum Suworow Museum hat. Dieses «Russengeld» ist auch nicht mit der Zarenspende von 1817 zu verwechseln. Die Landesbibliothek werde ich noch besuchen.