08/05/2026
Found in Bruno Bruns' file BELACQUA's ZEBRA with the following note: "The meditation thus concluded was as rapid as a zebra's thought, as thoughts of love, as peninstantaneous as the snap of the shutter for a snapshot."
SAMUEL BECKETT Dream of fair to middling woman
page 184
A second note concerning Lucrezia Borgia reads as follows:
Bei diesem Anlaß etwas über das Auge der Lucrezia Borgia, aus den Distichen eines ferraresischen Hofpoeten, Ercole Strozza (Strozii poetae, p. 85. 86). Die Macht ihres Blickes wird auf eine Weise bezeichnet, die nur in einer künstlerischen Zeit erklärlich ist, und die man sich jetzt verbitten würde. Bald heißt dies Auge entflammend, bald ver- steinernd. Wer die Sonne lange ansieht, wird blind; wer Medusa betrachtete, woirde Stein; wer aber Lucreziens Angesicht schaut: Fit primo intuitu caecus et inde lapis. Ja, der marmorne schlafende Cupido in ihren Sälen soll von ihrem Blick versteinert sein: Lumina Borgiados saxificatus Amor. Man kann nun darüber streiten, ob der sogenannte praxitelische oder derjenige von Michelangelo gemeint sei, da sie beide besaß. Und derselbe Blick erschien einem andern Dichter, dem Marcello Filosseno, nur mild und stolz, mansueto e altero (Roscoe, Leone X, ed. Bossi, VH, p. 306). Vergleichungen mit antiken Idealgestalten kommen damals nicht selten vor (S. 31, 183). Von einem zehnjährigen Knaben heißt es im Orlandino (II, Str. 47) : er hat einen antiken Kopf, ed ha capo romano. Jacob Burckardt Die Cultur der Renaissance
Document soon on view in the exhibition Goethes Zebra at Kunstfest Weimar