15/06/2025
80 Jahre Kriegsende
Am 15. April 1945 hatten die sowjetischen Truppen nach tagelangen Kämpfen St. Pölten befreit und drangen nun in das Pielachtal vor. Sie besetzten die Höhen zwischen Traisental und Pielachtal und wurden dort von der deutschen Wehrmacht drei Wochen lang festgehalten.
Deutsche Truppen waren noch in Weinburg und in den umliegenden Dörfern einquartiert. In der Schule befand sich die deutsche Funkstelle. Die deutsche Artillerie hatte auf den Höhen des Kirchenwaldes und oberhalb von Dietmannsdorf Stellungen bezogen.
Bei der Annäherung der sowjetischen Truppen war die Pielachbrücke bei Klangen gesprengt worden. Von den Eisenbahnschienen hatte man etwa alle fünf Meter Stücke herausgesprengt und alle Lichtmasten umgelegt. Damit war aber auch der Bahn- und Postverkehr ausgefallen und es gab kein elektrisches Licht und keinen Strom.
Am 20. April wurden von den sowjetischen Truppen die ersten Granaten gegen Weinburg geschossen. Eine Granate hatte bei Fam. Teufl im Hirmhof (dahinter ein deutsches Geschütz) zwei Zimmer durchschlagen. Im Hirmhof erfolgten im Laufe der weiteren Tage noch fünf Granateneinschläge.
An manchen Tagen war der Artilleriebeschuss so stark, dass die Bevölkerung den ganzen Tag nicht ins Freie konnte.
Die in Weinburg einquartierte Waffen-SS benahm sich zudem der hiesigen Bevölkerung gegenüber brutal. Auch bei der Anlegung der Kampfstellungen wurde keine Rücksicht auf die Gefährdung des Ortes genommen.
Der wiederholte Beschuss Weinburgs durch sowjetische Granatwerfer führte auch zu Treffern und damit zu Schäden an Kirche und Pfarrhof.
Die Nacht vom 7. zum 8. Mai 1945 war die schwerste. Heftiger Artilleriebeschuss zwang die Bewohner Weinburgs, in den Kellern Schutz zu suchen.
Um 5:30 Uhr früh begann ein unheimlicher Feuerzauber, es krachte unaufhörlich. Um 8 Uhr erschien ein sowjetischer Spähtrupp mit einem Fahrzeug, bestehend aus 12 Mann. Die Sowjettruppen durchstöberten die Weinburger Häuser nach versteckten deutschen Soldaten.
Damit ging der 2. Weltkrieg in Weinburg zu Ende.
Quelle: Schierer-Buch
Am 24. April 1945 traf eine Granate das Kirchendach und riss bei der Explosion ein großes Loch. Interessant: Die damals noch vorhandene Turmuhr wurde bei der Kirchenrenovierung 1953/1954 entfernt. Quelle: Schierer-Buch gemeinsam mit {1958690}, {1958689}