02/06/2023
FEATURED ARTIST OF THE MONTH
Juni 2023
MARGARET LANSINK
Margaret Lansink wurde 1961 in Oldenzaal in den Niederlanden geboren. Von 2010 bis 2012 absolvierte sie ihr Bachelorstudium Fotografie an der Fotoacademie Amsterdam. Anschließend studierte sie ein Jahr an der LeMasterklass (2016) und am Atelier Smedsby in Paris (2019). Sie erhielt mehrere Preise, unter anderem wurde sie mit dem Grand Prize of the Hariban Award 2019 ausgezeichnet und war für den Gomma Grant 2018 nominiert. Margaret Lansink hat sieben Bücher veröffentlicht (drei davon von ihr selbst handgefertigt). The Kindness of One wurde als bestes niederländisches Buchdesign 2019 ausgezeichnet und ist jetzt Teil der Sammlung vom Stedelijk Museum Bookstore. Ihre Bücher Borders of Nothingness – On the Mend sowie The Kindness on One sind Teil der Sammlung des Victoria and Albert Museum in London. Ihre Werke waren bei Einzel- und Gruppenausstellungen unter anderem in Paris, Antwerpen, New York, Tokyo, Kyoto, Tbilisi, Vancouver und Amsterdam zu sehen. Die Künstlerin ist Mitglied von FemmesPHOTOgraphes Paris und Mitglied/Gründerin von iwi_collective. Sie lebt und arbeitet in Antwerpen und Amsterdam.
TOUCH (FRICTION), 2022
Die unvermeidliche Veränderung und die Vergänglichkeit des Lebens sind zentrale Themen in den Werkserien von Margaret Lansink. In einer sehr ästhetischen und sanften Art fängt sie in "Touch (Friction)" den Zauber eines kurzen Augenblicks ein und schickt die Betrachter*innen auf eine Reise in das weite Land der Emotionen, Ängste, Wünsche und Vorahnungen. Ihre Bilder haben oft ihren Ursprung in menschlichen Prozessen, das Leben so zu akzeptieren, wie es ist. Denn unaufhaltsam und untrennbar reihen sich Augenblick um Augenblick aneinander und machen am Ende unser Leben aus. Basierend auf einer Schönheit des Unvollkommenen und auf der Vergänglichkeit allen Seins können somit auch die schmerzvollen Augenblicke Akzeptanz erfahren.
TRANQUILITY, 2021
Mit der japanischen Praxis des Kintsugi, in der zerbrochene Keramikscherben deutlich sichtbar wieder mit Goldlack zusammengesetzt werden, drückt Margaret Lansink eigene erlittene Bruchlinien in ihrer Lebensgeschichte aus. Der unterbrochene Kontakt zu ihrer Tochter findet darin seine Aufarbeitung. Gleich einer Metapher trennt sie in ihren Bildern ihre Erfahrungen in einzelne Teile, kombiniert sie und ordnet sie wieder neu. Durch das beabsichtigte Hervorheben der Bruchlinien mit Blattgold erfährt die Unvollkommenheit eine besondere Wertschätzung und weist sowohl auf eine innewohnende Schönheit aller Dinge als auch auf deren Zerbrechlichkeit und die Hoffnung auf die Möglichkeit einer Bindung hin, die stärker und schöner ist, weil sie einmal zerbrochen war.
— Magdalena Koschat
Werke der Künstlerin sind Teil der aktuellen Ausstellung SCHAU....8 (bis 6. Juli 2023).
www.margaretlansink.com
https://kunsthaus.kollitsch.eu