13/06/2023
Einladung zum Afterwork Get-together in den zeitgenössischen Ausstellungsräumen "Im Vektor-operated by Steinmay& Co".
Dj Albi Dornauer führt uns am morgigen Mittwoch mit seinen zauberhaftenTönen in einen entspannten Feierabend.
Umringt von den Arbeiten der Ausstellung Safe_Crash von Gilbert, Gitti und Tillman Schneider, führt uns Dj Albi Dornauer mit seinen zauberhaften Tönen in einen entspannten Sommerabend.
ÜBER DIE AUSSTELUNG:
Was ist stabil, was ist zerbrechlich? Was müssen wir aus anderer Perspektive betrachten oder neu hinterfragen? Der Fotograf Tillman Schneider, der Grafikdesigner Gilbert Schneider und die Künstlerin Gitti Schneider haben aus diesen Fragestellungen ein gemeinsames Buchprojekt mit dem Titel Safe_ Crash entwickelt aus dem nun eine Ausstellung entstanden ist. Sie thematisiert Spalten, Risse, Brüche und Widersprüche in einer Überlagerung der jeweiligen gestalterischen Ausdrucksmittel.
Safe_crash ist ein Spiel mit der Uneindeutigkeit von Stabilität und Fragilität, Leichtigkeit und Gewicht, Oberflächen, Größenverhältnissen, Blickpunkten und Perspektiven.
Oft verbinden wir mit der Materialität eines Gegenstandes auch ein bestimmtes Gewicht.
Verschiedenartige Oberflächen aber auch Farben lassen uns auf Schwere oder Luftigkeit schließen. Ob etwas zerbrechlich oder stabil ist, ist aber oft eine Frage der Perspektive oder des Standpunkts. Setzt man an den richtigen Stellen an, bringt man selbst noch so starke Konstruktionen zu Fall. Stabiles wird zerbrechlich und zart, Zuordnungen verschwimmen, die Eindeutigkeit bricht, Risse tun sich auf.
Die abstrakten Arbeiten der Künstlerin Gitti Schneider bilden das Zentrum der Ausstellung. Umringt von einem massiven Baugerüst auf welchem Siebdrucke, Fotografien und Flatscreens angebracht wurden, verweisen die zarten Papierstreifen auf den Ursprung des Buchprojektes „Safe Crash“.
„Fragile“ so der Titel der Arbeit, die sich aus rund 40 hauchdünnen und sieben Meter langen Papierstreifen eines Maulbeerbaumes zusammensetzt, war Ideengeber für das gemeinsame Projekt und entstand kurze Zeit bevor Ihr Söhne Gilbert und Tillman Schneider sich der Thematik widmeten. Filigran und durch Ihre Länge den Raum dominierend, hängen die Arbeiten nun von den Balken der mittelalterlichen Burg ab und Bilden ein baldachinartiges Gefüge. Es ist die Materialität des sensiblen Papiers, welche die Künstlerin fasziniert. Denn, die Handhabe des Naturmaterials, kann den zarte Stoff entweder zum Brechen bringt oder er gewinnt durch den sorgsamen Umgang an Robustheit dazu.
Parallelen zwischen der Pflege des Materials und die positive Entwicklung eines Menschen in einer angemessenen Umgebung drängen sich auf. Neben Collagen, Siebdrucken, Fotografien und Zeichnungen finden sich in dem Buch Safe_ Crash ebenfalls Texte der Künstlerin.
Die Verschriftlichung von Eindrücken oder flüchtigen Gedanken ergänzen die Arbeiten Ihrer beiden Söhne. Es scheint als würde sich die Auseinandersetzung mit dem Wort bereits in den großformatigen, ausschließlich abstrakten Arbeiten der Künstlerin ankündigen.
Denn ihr großzügiger, vorwiegend in Erdtönen
festgehaltener Duktus wird immer wieder von Kohlestrichen überlagert beziehungsweise unterbrochen. Die rhythmischen Linien wirken fast wie archaische Schriftzeichen oder Kürzel einer unbekannten Schrift oder einzelner Zeichen. Der Grafikdesigner Gilbert Schneider reizt in seinen Arbeiten wiederum die Grenzen des Herstellungsverfahrens „Siebdruck“ aus, aber auch Objekte und neue Medien finden sich in seinem Œuvre.
Während seine Betonskulpturen wie „Concrete Show“ und „600 Ways To Get Rich (The Missing Horse),“ sich häufig mit den Begriffen von Schwere und Leichtigkeit beschäftigen, erkennt man in der Wahl seiner gestalterischen Mittel außerdem den enormen Einfluss der Musik auf sein Werk.
Seine Arbeiten kommen daher wie bildhafte Samples: Fragmente aus bereits bestehendem Bildmaterial werden frei zusammengestellt und durch den Betrachter neu interpretiert. Ebenso verfährt er bei der Zusammenstellung seiner Videoarbeit „Universe“.
Bruchstückhaft setzt er einzelne Bildsequenzen zusammen und komponiert aus dem gefundenen Material eine eigene Welt.
Gleichzeitig erscheinen seine Arbeiten wie der Blick in Kaleidoskop:
Eine Abfolge kleiner Sequenzen, welche mit sphärischer Musik unterlegt ist und sich vorrangig als Abfolge abstrakter Gebilde präsentiert. Erst auf den zweiten Blick lassen sich Vorgänge aus der Natur erkennen. Der Fotograf Tillman Schneider widmet sich in der Ausstellung „Safe_ Crash“ den zufälligen Begegnungen. Bauruinen, Lost Places aber auch Ephemeres und hier vorallem flüchtige Wetterphänomene, werden festgehalten. Auch hier werden Überschneidung, Verzerrung und Widersprüche zum Stilmittel, doch findet man auch Wiederholung und Rhythmus in den Arbeiten der drei Künstler. Es ist ein ständiges Spiel mit den Gegensätzen in dem die Ausstellung selbst zum Spielfeld zwischen fertiger Präsentation und „work in progress“ wird.