Reich für die Insel

Reich für die Insel Reich für die Insel ist ein Möglichkeitsraum von Gegenwartskunst und kultureller Praxis

Manchmal muss Kultur zurückstecken, damit politische Bündnisse halten.Es zeigt sich, wie Kulturarbeit verhandelt wird – ...
01/05/2026

Manchmal muss Kultur zurückstecken, damit politische Bündnisse halten.

Es zeigt sich, wie Kulturarbeit verhandelt wird – politisch und öffentlich. 

Kultur wird gegeneinander abgewogen.
Anstatt Absagen klar zu benennen, werden sie überdeckt. Ein „Ja“ hier soll ein „Nein“ dort verharmlosen.

Dort, wo Kulturarbeit gegeneinander ausgespielt wird, geht es selten um Inhalte.
Es geht um Außenwirkung. Um Kontrolle. Um Erzählungen.

So verschwinden gewachsene Strukturen. RFDINSEL steht exemplarisch für eine gewachsene Struktur: ein multifunktionaler, offener Kulturort, der mehr ist als ein Projekt.

Und genau solche Räume geraten unter Druck, wenn Kultur zur Verhandlungsmasse wird.

Aber unsere Perspektive ist eine andere:

Innsbrucks Kulturszene ist groß, divers und vernetzt.

Wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen.
Wir sehen, was passiert.
Und wir stehen zusammen.

Für eine Realität abseits dieser Realität.

De-Decode. De-Recode. Re Decode. Re-Recode (C.H.)

Als der Verein die Gastro-Ruine am Rennweg 4 übernommen hat, stand sie bereits seit zwei Jahren leer – in einem maroden ...
30/04/2026

Als der Verein die Gastro-Ruine am Rennweg 4 übernommen hat, stand sie bereits seit zwei Jahren leer – in einem maroden Zustand. Dass der Standort heute für zeitgenössische Kultur nutzbar ist, ist das Ergebnis jahrelanger Aufbauarbeit, konzeptioneller Entwicklung und persönlicher Investition.

RFDINSEL hat nicht nur Programme kuratiert und Künstler*innen vernetzt, sondern den Ort selbst Schritt für Schritt entwickelt – mit dem Ziel, ihn langfristig zu professionalisieren: ein tragfähiges Modell aus Kultur und Gastronomie, mehr Zugänglichkeit, ein reguläres Mietverhältnis.

Anfang 2025 wurde von Seiten der Stadt der Wunsch nach einem zusätzlichen, gastronomischen Konzept an uns herangetragen. Wir haben umgehend reagiert – gemeinsam mit erfahrenen Gastronom*innen und mit Bereitschaft zu investieren.

Die Reaktion: keine.

Stattdessen kam es zu Besichtigungen durch Dritte. Während neue Mieter gesucht wurden, blieb der Verein außen vor. Kein Gespräch, keine Transparenz.

Statt eines Dialogs entstand ein Vakuum, in dem Entscheidungen offenbar parallel vorbereitet wurden. Erst viel später wurde diese Leerstelle durch politische Bekenntnisse, Ausschreibungen und öffentliche Statements gefüllt. Diese Scheinhandlungen wirkten dabei weniger wie echte Prozessschritte, sondern eher wie eine nachträgliche Ersatzkommunikation. Nach Monaten ohne Austausch folgten plötzlich kurzfristige Deadlines, hohe finanzielle Anforderungen und eingefrorene Gelder – Bedingungen, die mit gemeinnütziger Kulturarbeit nicht vereinbar sind.

Dabei bringt der Verein alles mit: ein erfahrenes, vernetztes Team und ein Konzept, das weit über Gastronomie hinausgeht. „Die INSEL“ war als offener Ort für Kunst, Bildung und Austausch gedacht – kostenlos zugänglich für die Stadt.

Kultur ist kein Störfaktor.
Sie ist eine Investition in die Zukunft.

Die INSEL war als offener Kulturort für Innsbruck gedacht.Ein Raum für zeitgenössische Kunst, Bildung und Begegnung – fr...
29/04/2026

Die INSEL war als offener Kulturort für Innsbruck gedacht.

Ein Raum für zeitgenössische Kunst, Bildung und Begegnung – frei zugänglich, niederschwellig und als langfristiger Beitrag zur kulturellen Infrastruktur dieser Stadt.
Ein Ort, an dem nicht Verwertung im Vordergrund steht, sondern öffentlicher Mehrwert.

Unser Konzept:
Im Obergeschoss ein kostenlos zugänglicher Artspace für Ausstellungen, Performances und Diskurs.
Im Erdgeschoss eine urbane, leistbare Art-Bar mit Fusionküche und Brunch-Angebot als sozialer Treffpunkt, der diesen Raum mitträgt.

Was daraus geworden ist?

Eine Absage.

Nicht, weil es an Engagement, Konzept oder Bereitschaft gefehlt hätte – sondern weil die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen letztlich so gestaltet sind, dass gemeinnützige Kulturarbeit unter denselben Voraussetzungen wie kommerzielle Gastronomiebetriebe funktionieren soll.

Das wirft eine grundlegende Frage auf:
Welchen Stellenwert hat frei zugängliche Kultur im öffentlichen Raum tatsächlich?

Wenn kulturelle Nutzung mit rein wirtschaftlichen Maßstäben bewertet wird, entsteht genau das, was man vielerorts bereits beobachten kann:
Kultur wird verdrängt – und übrig bleiben jene, die sich maximale Verwertung leisten können.

Wir sind weiterhin überzeugt:
Städte brauchen Orte wie die INSEL.

Orte, die nicht nur konsumierbar sind, sondern Raum für Austausch, Experimente und gesellschaftliche Entwicklung bieten.

Die Idee bleibt.
Und wir auch.

Seit der Gründung des RFDINSEL Artspace im Jahr 2019 zeigte sich ein wachsender Bedarf an konsumfreien, niederschwellige...
09/04/2026

Seit der Gründung des RFDINSEL Artspace im Jahr 2019 zeigte sich ein wachsender Bedarf an konsumfreien, niederschwelligen und interdisziplinären Kulturräumen in Innsbruck. Der Verein RFDINSEL hat in den vergangenen Jahren ein kontinuierliches Programm aus Ausstellungen, Performances sowie Musik- und Theaterformaten umgesetzt, den Bedarf eines dauerhaft gesicherten, zentralen Kulturortes aufgezeigt und deutlich gemacht, welches Potenzial am Standort Rennweg 4 liegt. Er wurde zu einem etablierten Knotenpunkt im Innsbrucker Kulturquartier und verlässlicher Partner für Festivals, Institutionen und Initiativen.

Einblick in unsere Arbeit

Die letzten Monate waren geprägt von hoher Intensität: zwischen Aufbruch und Stillstand, zwischen Zuspruch und Herabwürdigung.

Ein zentraler Teil unserer Vision Die INSEL lässt sich aktuell nicht umsetzen.
Das ist die Realität. Diese Entscheidung wurde am 26.03.2026 im Innsbrucker Gemeinderat getroffen.

Was bleibt, ist die Substanz. Trotz struktureller Hürden und Gegenwind halten wir an unserem Anspruch fest. Die aufgebauten Inhalte, Netzwerke und Ideen tragen weiter.

In den kommenden Wochen geben wir Einblick in das, woran wir gearbeitet haben – und was möglich gewesen wäre.
Und vor allem: was weiterhin möglich ist.

Wir arbeiten weiter.
Konsequent.

Eine Insel.
Ein Melting Pot.
Ein Ort, an dem zusammenkommt, was zusammengehört.

-> Stabil

13/02/2026
13/02/2026

Zum Nachlesen "Ivona Jelčić: Innsbrucker Kulturk(r)ämpfe"

Für unsere soeben herausgekommene Programmzeitschrift aut: info 1/2026 hat die Kulturjournalistin Ivona Jelčić einen hochaktuellen "autsch"-Artikel über den Pavillon vor dem Tiroler Landestheater verfasst – ein vom Verein RFDINSEL etablierter Kulturort, der einer kommerziellen Nutzung weichen soll.

Die Innsbrucker Kulturszene setzt sich derzeit intensiv für eine kulturelle Weiternutzung dieses Ortes ein, dazu ist etwa auch am 11. Feber ein Beitrag im ORF Tirol gelaufen. Und auf der Website der TKI - Tiroler Kulturinitiativen findet ihr ein Interview, das Ivona Jelčić mit Hanna Obholzer und Severin Obholzer-Sonnewend geführt hat, die den Ort seit 2019 mit ihrem Projekt RFDINSEL (Reich für die Insel) bespielen.

Die Links zu den drei Beiträgen findet ihr wie immer in den Kommentaren.

Upcoming: Abseits des ganzen Trubels haben wir immer noch eine Ausstellung am laufen! Wir freuen uns euch nächsten Donne...
17/01/2026

Upcoming: Abseits des ganzen Trubels haben wir immer noch eine Ausstellung am laufen! Wir freuen uns euch nächsten Donnerstag zahlreich begrüßen zu dürfen. Es wird ein buntes Programm geboten: Malaktionen, Listening sessions, partizipative Performance, special drinks... the artists are present!

14/01/2026

Bürgermeister Anzengruber will im Kubus vor dem Tiroler Landestheater wieder Gastronomie statt Kultur. Für seine Koalitionspartner SPÖ und Grüne ist das aber längst noch nicht beschlossene Sache.

STATEMENT TEIL 2Wir haben ein umfassendes Konzept erstellt, das auf 3 Säulen steht:Nachhaltiges gastronomisches Konzept:...
13/01/2026

STATEMENT TEIL 2

Wir haben ein umfassendes Konzept erstellt, das auf 3 Säulen steht:

Nachhaltiges gastronomisches Konzept: Ganzjährige Gastronomie, Saisonale Produkte, Sozialer Begegnungsraum, Eigenmittel zur Absicherung, moderne Fusionsküche mit Brunch Fokus und Barbetrieb am Abend mit hochwertigen Getränkeangebot, Investition in Küche und Innenausbau

Kunst & Kulturarbeit: zeitgenössische Ausstellungen, Performance und Theater, Förderung der freien Kulturszene, Verkauf von Kunsteditionen 

Bildung, Partizipation und Demokratie: Kunstvermittlung, Workshops, Talks und Fortbildungen, Kooperationen mit Bildungsinstitutionen, Raum der Gesellschaft zur Verfügung stellen

Das zeigt eindeutig, welchen Mehrwert unser Projekt gegenüber einer reinen Gastronomie an diesem Platz im Kulturquartier hat. Es ist ein zukunftsorientiertes Konzept, das über die Stadtgrenzen hinaus reicht. Wenn Innsbruck eine Stadt von morgen sein will, müsste die Politik ohne mit der Wimper zu zucken ein derartiges Angebot einer reinen Gastronomie vorziehen. Es ist auch die Chance für die Regierungskoalition ein Zeichen zu setzen und sich darüber zu profilieren. In Zeiten wie diesen gibt es schon weit mehr als rein wirtschaftliche Interessen. Kulturorte werden massiv unterschätzt und reinen Wirtschaftsbetrieben gegenübergestellt. Wir sind überzeugt: Sinnstiftende Arbeit ist wichtig, um gesellschaftlichen Zusammenhalt zu gewährleisten. Man muss nur nach Amerika schauen, um zu sehen, was passiert, wenn nur nach wirtschaftlichen und machtorientierten Maßstäben bewertet wird. Wobei auch die wirtschaftliche Kraft eines Kulturortes sehr oft unterschätzt wird, hier werden Arbeitsplätze geschaffen, Tourist*innen angezogen und langfristiger Profit erwirtschaftet, der großteils wieder der Gesellschaft zugeführt wird. 

Die Entscheidung liegt bei der Regierungskoalition der Stadt Innsbruck, also Ja Jetzt, Grüne und SPÖ.

Hier muss man auch deutlich sagen, dass die beteiligten Parteien jetzt gefragt sind, sich zum Kulturquartier und gewachsenen Strukturen zu bekennen.

Wir machen weiter!

Statement zur Lage  TEIL 1Wir  haben uns 2019 als Verein auf Eigeninitiative dieser Gastro-Ruine angenommen und daraus e...
13/01/2026

Statement zur Lage TEIL 1

Wir haben uns 2019 als Verein auf Eigeninitiative dieser Gastro-Ruine angenommen und daraus einen gut vernetzten, funktionierenden Kulturort gemacht. 

Unzählige Ausstellungen, Theaterproduktionen, Lesungen, Vorträge, Workshops usw. wurden umgesetzt und Kooperationen mit dem Landestheater, allen bedeutenden Tiroler  Musikfestivals und zeitgenössischen Kunstfestivals absolviert.

Dadurch haben wir einen neuen Akzent inmitten der hochkulturellen Einrichtungen gesetzt, dem Kulturquartier einen neuen Charakter gegeben und den Standort permanent weiterentwickelt.

Unser Verein hat es sich jetzt zum Ziel gesetzt, diesen Kulturstandort zu erhalten und zu bewahren — Das ist die Chance, aus einem Projekt, das sich bewährt hat, eine professionelle Struktur zu schaffen.

Nun ist es so, dass die Stadt seit einem Jahr proaktiv einen Gastronomen sucht, obwohl jeder weiß dass an diesem Standort Gastronomie allein nie funktioniert hat und auch selbst die umliegenden Gastronomien am kämpfen sind.

Allerdings gab es keine Ausschreibung für das Objekt, keine Informationen, also alles sehr intransparent. Es gibt wohl einen Konkurrenzanbieter, der eine alleinige Gastronomie am Standort errichten will und dem hier eine Generalsanierung in Aussicht gestellt wird.. .

Was die Stadt aber dadurch macht ist, Gemeingut an einen Gastronomen zu verkaufen; im Prinzip betreibt die Stadtregierung den Verkauf der Innsbrucker Stadtkultur.
Und dann wäre es so, wie es schon oft in IBK passiert ist, dass ein Großgastronom ein schlüsselfertiges Objekt überreicht bekommt, während andere leer ausgehen.

Unser Plan für das Gebäude sieht folgendes vor:

Aus Reich für die Insel wird DIE INSEL…

DIE INSEL ist ein multifunktionales, offenes Kulturhaus, das Kunstproduktion, Vermittlung, demokratischen Austausch und ganzjährige, nachhaltige Gastronomie verbindet. Ja, sogar mit Gastgarten! ;)
Das Angebot und den Plan für die Umsetzung liegt seit März 2025 bei der Stadtregierung vor.

Teil 2 im nächsten Post!

Adresse

Rennweg 4
Innsbruck
6020

Öffnungszeiten

Mittwoch 12:00 - 18:00
Donnerstag 12:00 - 18:00
Freitag 12:00 - 18:00

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