28/05/2026
Vom KZ-Außenlager in Aflenz an der Sulm, das 1944 für die Rüstungsproduktion errichtet wurde, sind heute keine sichtbaren Überreste mehr erhalten. Mit dem "Aflenz Memorial" soll die verdrängte Geschichte des Ortes wieder sichtbar und erfahrbar werden.
Heute wurde das Projekt erstmals öffentlich vorgestellt.
👉 Eröffnung: 18.10. | KIÖR - Kunst im öffentlichen Raum Steiermark
Zeitweise waren im KZ-Außenlager in Aflenz rund 650 KZ-Häftlinge interniert; mindestens 62 Menschen kamen infolge von Zwangsarbeit, extremen Arbeitsbedingungen und Misshandlungen ums Leben.
Das Memorial – unter der künstlerischen Leitung von Milica Tomić – soll Geschichte, Erinnerung und Gegenwart verbinden.
🌲 Zentrales gestalterisches Element ist ein Wegesystem, das die früheren Dimensionen des Areals im Gelände lesbar macht.
Ein weiterer Bestandteil ist die landschaftliche Gestaltung mit Pflanzen, die gemeinsam mit dem studio boden (Graz) entwickelt wird. Die Erde wird als Archiv begriffen. Archäobotanische Untersuchungen von Bodenproben aus dem Jahr 2024 haben Samen von Pflanzen hervorgebracht, die historisch am Ort gewachsen sind. Diese werden gezielt angesät und wieder wachsen zu lassen, was Jahrzehntelang begraben war.
🗣️ Die Gemeinde Wagna unterstützt das Projekt seit Beginn und übernimmt künftig die Pflege und den Unterhalt der Anlage.
Ziel ist es, insbesondere junge Menschen und die lokale Bevölkerung in eine aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte einzubeziehen und nachhaltige Erinnerungs- und Demokratiearbeit zu leisten.
Fotos: 1 Bernhard Schrettle (ASIST Archäologisch Soziale Initiative Steiermark), Peter Stradner (Bürgermeister Gemeinde Wagna), Marko Mele (wiss. Leiter UMJ), Künstlerin Milica Tomić, Gabriele Mackert (Leiterin KiöR), Andreas Boden (studio boden), Andreas Paar, HOLCIM (Österreich) GmbH, v.l., Fotos: UMJ/J.J. Kucek; 2 Visualisierung © Milica Tomić, le balto, KiöR 2026; 3 Luftbild der Royal Airforce v im Jahr 1944; 4 bei Ausgrabungen gefundene Gegenstände
ℹ️ Die ehemaligen Lagerflächen befinden sich im Eigentum der Holcim (Österreich) GmbH (vormals Perlmooser AG), die sie für die Dauer von 25 Jahren kostenfrei für das Projekt zur Verfügung stellt.