Marmormuseum Adnet

Marmormuseum Adnet Adnet ist für seinen rötlichen Marmor weltberühmt. Ihm zu Ehren wurde im Jahr 1992 das Marmormuseum Adnet gegründet, welches über die Entstehung, den Abbau
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EntfärbungshöfeIn den roten Adneter Marmoren, speziell bei den Sorten Wimberger und Altentaler, sind häufig kreisrund...
13/05/2019

Entfärbungshöfe

In den roten Adneter Marmoren, speziell bei den Sorten Wimberger und Altentaler, sind häufig kreisrunde Bereiche zu finden, die zu lichten, gelb-grauen Bereichen „gebleicht“ sind. Eigentlich sind es kugelförmige Gebilde, die im Querschnitt Kreise bilden. Diese Kreise können einen Durchmesser von bis zu sechs Zentimetern erreichen. Im Mittelpunkt dieser Kreise findet man oft einen schwarzen Kern.

Es handelt sich hier nicht um Fossilien. Durch Lösungen in Gestein entsteht aus den dunklen Vanadium-Verbindungen im Kern Vanadin-Schwefelsäure. Diese Säure löst den roten Farbstoff (Hämatit = dreiwertiges Eisenoxid) auf und wandelt ihn chemisch zu zweiwertigem Eisenoxid um. Somit verliert das Gestein in diesem Bereich seine ursprünglich rote Farbe.


#museum #marmor #bildung #adnet #steinbruch #ausflug #familienausflug #wandern #ausflugmitkindern

Schloss Mirabell: Gebaut wurde das Schloss Mirabell 1606 von Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau für seine Geli...
22/04/2019

Schloss Mirabell:

Gebaut wurde das Schloss Mirabell 1606 von Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau für seine Geliebte Salome Alt, einer Salzburger Bürgertochter mit der er 15 Kinder hatte. Ursprünglich hieß es Schloss Altenau und lag außerhalb der damaligen Stadtmauern. Nach dem Tode Wolf Dietrichs (1617) wurde es durch seinen Nachfolger Markus Sittikus von Hohenems in Schloss Mirabell umbenannt. Mirabell ist ein weiblicher Vorname aus dem Italienischen mirabile (bewundernswert) und bella (schön).

1721 bis 1727 ließ Fürsterzbischof Franz Anton Fürst von Harrach das Schloss Mirabell nach Plänen von Lukas von Hildebrandt im barocken Stil großzügig umbauen und erweitern. 1818 wurde das Schloss beim großen Stadtbrand schwer beschädigt. Der Wiederaufbau erfolgte im damaligen nüchternen klassizistischen Stil. Sehenswert sind die Engelstreppe mit zahlreichen Putten aus Untersberger Marmor von Raphael Donner und der Marmorsaal. Er war der ehemalige Festsaal des Fürsterzbischofs und dient heute als Schauplatz für romantische Hochzeiten. Er gilt als der schönste Trauungssaal der Welt. Sein Boden ziert ein Mosaik aus bunten Platten aus Untersberger und Adneter Marmor.

Bild 1 und 2: Marmorsaal
Bild 3: Raphael-Donner-Stiege

#museum #marmor #bildung #adnet #steinbruch

Hierlatzkalk1886 hatte der Geologe und Paläontologe Georg Geyer (Direktor der Geologischen Bundesanstalt in Wien) berei...
08/04/2019

Hierlatzkalk

1886 hatte der Geologe und Paläontologe Georg Geyer (Direktor der Geologischen Bundesanstalt in Wien) bereits die Typlokalität des Hierlatzkalkes beschrieben. Der namengebende Hirlatz ist eine Berggruppe im Dachsteinmassiv und besteht aus drei Berggipfeln (Vorderer, Mittlerer und Hinterer Hirlatz) südlich von Hallstatt.

Der Hierlatzkalk (so die korrekte alte Schreibweise) kommt im namengebenden Typusvorkommen als Ausfüllung von Kartshohlräumen, Karren, Kleindolinen und Spalten vor. Es handelt sich um unterliassische, rötliche, spätige Seelilien-Kalke. Entstanden sind sie als Ablagerungen über Untiefen im offenen Meer (Jura-Schwellenfacies).

Seelilien (Crinoiden) sind am Boden verankerte Tiere, die ihre Nahrung aus dem vorbeiströmenden Wasser herausfiltern. Nach dem Tod zerfallen sie in einzelne Stücke (Seelilienstielglieder) oder gar in einen feinkörnigen Sand (Seeliliengrus).

In Adnet kommt der Hierlatzkalk sowohl als Spaltenfüllung als auch als Füllung von Rifftaschen im geologisch älteren, rhätischen Riffkalk vor. Manche dieser Spalten reichen über 50 Meter tief vom Tropfbruch bis zum Fuß der Kirchenwand hinunter. Im massigen Stein der Sorte Motzen kommen die Seelilienstieglieder auch in größerer Anzahl vor. Großteils besteht der Motzen aber aus völlig zerriebenen Seelilienbruchstücken und Seeigelstacheln. Vereinzelt kann man Seelilienbruchstücke auch in der Sorte Wimberger finden.

Bild 1: Marmorkugel aus einer Spaltenfüllung im Tropfbruch

Bild 2: Schale aus Hierlatzkalk von der Blaa-Alm bei Altaussee (hergestellt von Andreas Hofer, Golling).

Bild 3: Füllung einer Rifftasche mit 100% Seeliliengrus (Tropfbruch)

#museum #marmor #bildung #adnet #steinbruch

Römischer GutshofGeorg Petzold, ein Salzburger Maler, Architekt und Kunstschriftsteller, hat 1850 in der "Neuen Salzbur...
18/03/2019

Römischer Gutshof

Georg Petzold, ein Salzburger Maler, Architekt und Kunstschriftsteller, hat 1850 in der "Neuen Salzburger Zeitung" eine Ruinenstätte im Faistelauer Wald (Tauglwald bei Vigaun) beschrieben. Petzold sprach von zwei freistehenden Säulen in der Mitte eines Viereckes, von Spuren sieben weiterer Säulen, sowie von marmornen Stufen. Petzold hat das Gebäude als römische Basilika (Gerichtsgebäude) gedeutet. Es dürftre sich aber eher um einen römischen Gutshof gehandelt haben. 1983 hat Volksschuldirektor Josef Neureiter aus Vigaun jene Ruinenstelle wiederentdeckt. Bei Suchgrabungen wurde ein etwa 25 cm langes Abschlagstück aus Adneter Blindscheck gefunden. Der Durchmesser der Säule beträgt ca 25 cm.

Das erste Bild zeigt das Abschlagstrück der römischen Säule und das zweite Bild eine Skizze der Ruinenstätte.

Palais FerstelDer Architekt Heinrich Ferstel entwarf 1859 das Bank- und Börsengebäude in der Herrengasse Nr.14 im erst...
04/03/2019

Palais Ferstel

Der Architekt Heinrich Ferstel entwarf 1859 das Bank- und Börsengebäude in der Herrengasse Nr.14 im ersten Wiener Gemeindebezirk. Errichtete wurde das Palais von 1855 bis 1860 an Stelle mehrerer alter Häuser. Das Palais Ferstel diente ursprünglich der alten Österreichisch-Ungarischen Bank und Börse als Hauptsitz. Ebenerdig befand sich später das in den 1930er Jahren berühmt gewordene Café Central. Das Lokal schloss 1943, nachdem die Säulenhalle teilweise zerstört worden war. 1975 wurde das Palais Ferstel renoviert und das Cafe Central neu eröffnet.

Im Gebäude gibt es drei große Stiegenhäuser, von denen die Börsenstiege besonders monumental mit durchbrochenem Geländer aus Adneter Rotscheck gestaltet ist. Im ersten Stock befindet sich der große Börsensaal. Nach dem Haupteingang in der Herrengasse folgt ein sechseckiger, glasgedeckter Hof an den ein langer Passagegang („Bazar“) mit schmälerer Front gegen die Freyung folgt. Im Hof steht der ebenfalls sechseckige „Nixenbrunnen“ mit Bronzeplastiken des Bildhauers Anton Dominik Fernkorn. Das Brunnenbecken selbst besteht auch aus sechs großen Werkstücken aus Adneter Rotscheck.

Das erste Bild zeigt das Palais Ferstel von der Herrengasse aus mit dem Eingang zum Cafe Zentral. Das zweite Bild zeigt den Innenhof mit dem "sechseckigen" Brunnen und der Marmorstiege im Hintergrund.

Marmormuseum Adnet
02/03/2019

Marmormuseum Adnet

Die „Kuhtrittmuschel“

Die Dachsteinmuscheln (Megalodonten), die im Querschnitt oft an einen Abdruck des Fußes einer Kuh erinnern, haben eine relativ dicke Schale. Zum Herumwandern waren sie viel zu schwer. Sie benötigten daher vorbeiströmendes Wasser, aus dem sie ihre Nahrung herausfiltern konnten. Diese Bedingungen waren durch den Gezeitenwechsel besonders in den Zu- und Abflußkanälen von Lagunen gegeben. Meist lebten diese Muscheln halb eingegraben im Boden und so sind sie oft auch in Lebensstellung erhalten geblieben. Sie bevorzugten die flachen, warmen Meere von tropischen Riffen, Lagunen und des Hinterriffbereiches, in denen durch die große Wasserverdunstung auch der Salzgehalt erhöht war.

In Adnet kommen diese Muscheln gehäuft in den obersten Schichten des Trias-Riffes vor – im Tomannbruch (Kieslinger VI.) und im Tropfbruch (Kieslinger X.). Ihr wissenschaftlicher Name Conchodus infraliassicus weist auch auf diesen Umszand hin. Infraliassicus bedeutet unter dem Lias, also der untersten Stufe des Jura.

Im Fernsehen kann man einen grauen Dachsteinkalk mit Dachsteinmuscheln oft in der Berichterstattung über große Strafprozesse sehen. Die Türgewände des großen Verhandlungssaales des Wiener Landesgerichtes sind beim Eintritt in den Saal oft im Hintergrund zu sehen. Sie bestehen aus einem dunkelgrauen Dachsteinkalk mit zahlreichen weißen Dachsteinmuscheln im Querschnitt. Dieser deutlich dunklere Stein stammt allerdings nicht aus Adnet sondern aus Torren (Ofenauer Berg) bei Golling.

Das erste Foto zeigt eine ganzes Exemplar einer Kuhtrittmuschel aus dem Tomannbruch, das zweite Foto einen Querschnitt aus einer Wand im Tropfbruch.

Die „Kuhtrittmuschel“Die Dachsteinmuscheln (Megalodonten), die im Querschnitt oft an einen Abdruck des Fußes einer ...
18/02/2019

Die „Kuhtrittmuschel“

Die Dachsteinmuscheln (Megalodonten), die im Querschnitt oft an einen Abdruck des Fußes einer Kuh erinnern, haben eine relativ dicke Schale. Zum Herumwandern waren sie viel zu schwer. Sie benötigten daher vorbeiströmendes Wasser, aus dem sie ihre Nahrung herausfiltern konnten. Diese Bedingungen waren durch den Gezeitenwechsel besonders in den Zu- und Abflußkanälen von Lagunen gegeben. Meist lebten diese Muscheln halb eingegraben im Boden und so sind sie oft auch in Lebensstellung erhalten geblieben. Sie bevorzugten die flachen, warmen Meere von tropischen Riffen, Lagunen und des Hinterriffbereiches, in denen durch die große Wasserverdunstung auch der Salzgehalt erhöht war.

In Adnet kommen diese Muscheln gehäuft in den obersten Schichten des Trias-Riffes vor – im Tomannbruch (Kieslinger VI.) und im Tropfbruch (Kieslinger X.). Ihr wissenschaftlicher Name Conchodus infraliassicus weist auch auf diesen Umszand hin. Infraliassicus bedeutet unter dem Lias, also der untersten Stufe des Jura.

Im Fernsehen kann man einen grauen Dachsteinkalk mit Dachsteinmuscheln oft in der Berichterstattung über große Strafprozesse sehen. Die Türgewände des großen Verhandlungssaales des Wiener Landesgerichtes sind beim Eintritt in den Saal oft im Hintergrund zu sehen. Sie bestehen aus einem dunkelgrauen Dachsteinkalk mit zahlreichen weißen Dachsteinmuscheln im Querschnitt. Dieser deutlich dunklere Stein stammt allerdings nicht aus Adnet sondern aus Torren (Ofenauer Berg) bei Golling.

Das erste Foto zeigt eine ganzes Exemplar einer Kuhtrittmuschel aus dem Tomannbruch, das zweite Foto einen Querschnitt aus einer Wand im Tropfbruch.

Schneckenbruch: Im nördlichen Teil des heutigen Lienbacherbruches (Kieslinger XII.) befand sich früher der damals noch...
04/02/2019

Schneckenbruch:

Im nördlichen Teil des heutigen Lienbacherbruches (Kieslinger XII.) befand sich früher der damals noch durch einen Weg abgetrennte Schneckenbruch. In einer Mulde des früheren Korallenriffes wurden in der Jurazeit zahlreiche große Ammoniten- und Nautilidengehäuse zusammen geschwemmt. Dieses Vorkommen ist leider bereits zur Gänze abgebaut. Die einzige bekannte Anwendung von Platten aus diesem Bruch ist ein Haussockel in der Stadt Salzburg: Ecke Linzergasse/Wolf-Dietrich-Strasse. Früher befand sich darin eine Metzgerei, heute ist ein Atiquitätengeschäft dort untergebracht. Die Platten haben leider durch die Witterung ihren Glanz verloren und sind auch teilweise gesprungen.

Dieser einzigartige Naturschatz bedürfte dringend einer Pflege und Restaurierung. Sollten Stücke davon noch mehr beschädigt werden oder verloren gehen, so sind sie für immer verloren. Man kann diese nicht mehr ergänzen oder ersetzen, weil das Vorkommen erschöpft ist. Leider besteht von Seiten des Besitzers nur wenig Interesse, in die Erhaltung des Hauses zu investieren.

Ist der Mandelscheck ein Engelsberger Marmor? Ein weiteres Beispiel für einen Mandelscheck ist der Grabstein von Kaiser...
21/01/2019

Ist der Mandelscheck ein Engelsberger Marmor?

Ein weiteres Beispiel für einen Mandelscheck ist der Grabstein von Kaiserin Eleonore von Portugal in der Neuklosterkirche in Wiener Neustadt. Gelegentlich hört man die die Behauptung, dass dieser Stein nicht aus Adnet, sondern vom nahegelegenen Engelsberg bei Muthmannsdorf an der Hohen Wand stammen soll.

Der auf dem Engelsberg gewonnene rötliche Kalkstein wird als Engelsberger Marmor, gelegentlich auch als Helenenmarmor bezeichnet. Es handelt sich um einen kirschroten bis fleischroten dichten, weißklüftigen Hallstätter Kalk. Geologisch gehört er in das Nor (Trias) und ist somit deutlich älter als der aus dem Jura stammende Adneter Marmor, der übrigens auch einen ganz anderen Farbton aufweist.

Die älteste bekannte Aufzeichnung über einen Abbau des Engelsberger Marmors stammt aus dem Jahre 1698. 1769 wurden sechs große Säulen für den Hochaltar des Wiener Neustädter Doms und weitere für die Neuklosterkirche in Wiener Neustadt aus diesem Steinbruch geliefert. Vielleicht ist es dadurch zu einer Verwechslung gekommen. Es könnte aber auch sein, dass der Sitz der Werkstätte von Niclas Gerhaert von Leyden in Wiener Neustadt zur Annahme verleiten ließ, dass auch die Grabplatte für die Kaiserin aus dem nahe gelegenen Steinbruch stammen müßte.

Die letzte Anwendung des Engelsberger Marmors war für den Fußboden der Pfarrkirche St.Peter im Moos in Muthmannsdorf im Jahre 1989. Die Kirche ist normalerweise bis 16:00 Uhr geöffnet. Auch eine Wanderung auf den Engelsberg bis zum Steinbruch ist ein lohnendes Ziel. Der Steinbruch auf dem Engelsberg ist seit 1998 als sogenanntes "Geotop" eingetragen. Jedwedes Entfernen von Steinen und eine Veränderung der Landschaft (Abbau) ist daher strengstens verboten.

Das erste Foto zeigt eine Kommunionsbank aus der Neuklosterkirche mit Adneter Scheck (rechts) und Engelsberger Marmor (links). Zum Vergleich dazu der Reichsapfel in der Hand der Kaiserin aus Adneter Mandelscheck.

SchachbrettmusterIn vielen Kirchen ist der Boden mit hellen und dunklen Steinen in Form eines Schachbrettmusters gepflas...
10/01/2019

Schachbrettmuster

In vielen Kirchen ist der Boden mit hellen und dunklen Steinen in Form eines Schachbrettmusters gepflastert. Als helle Steine dienenen oft Platten aus Untersberger Marmor. Aber auch Solenhofener Platten und andere Steine kamen zur Anwendung. In der Augustinerkirche in Wien bestehen die hellen Platten z.B. aus Bändergneis und die dunklen aus rotem Adneter Marmor. In Österreich und den angrenzenden Ländern kamen als dunkle Steine sehr oft rote Adneter Platten zur Anwendung. Ein schönes Beispiele dafür ist der Boden des Stephansdomes in Wien, wo die Platten abwechselnd aus Untersberger und rotem Adneter Marmor bestehen.

Als musivische Technik bezeichnet man das Zusammensetzen von verschiedenfarbigen Plättchen zu dekorativen Mustern. Angeblich war bereits der Salomonische Tempel mit schwarzen und weissen Steinen gepflastert. Dieses "musivische Pflaster" soll die Welt so zeigen, wie sie ist: schwarz und weiß. Hell und dunkel stehen für Licht und Schatten im menschlichen Leben. Die Ursprünge der Verwendung von Pflasterungen liegen im Dunkel der Geschichte verborgen. Es gibt neben der christlich-jüdischen Tradition auch bereits zahlreiche römische Beispiele. Die ersten Mosaike in der griechischen Welt sind Kieselmosaike aus schwarzen und weißen Steinen. Die bisher älteste nachgewiesene gepflasterte Fläche stammt vom Homo erectus. Der in Bilzingsleben in Norden Thüringens gefundene kreisrunde, gepflasterte Bereich aus ortsfremden Steinen und Knochen wird auf ein Alter von ca 400.000 Jahren geschätzt.

Die beiden Fotos zeigen die Pflasterungen in der Augustiner Kirche und im Stephansdom.

Die beiden schwangeren Frauen:Die Filialkirche Maria Himmelfahrt in Irrsdorf, südöstlich von Strasswalchen im Salzburg...
10/12/2018

Die beiden schwangeren Frauen:

Die Filialkirche Maria Himmelfahrt in Irrsdorf, südöstlich von Strasswalchen im Salzburgerland, wurde 1408 geweiht. Der Turm stammt aus dem Jahr 1749. Die ursprünglich gotische Kirche besitzt heute eine barocke Innenausstattung.

Ein besonderes Juwel ist jedoch das Kirchenportal aus Adneter Scheck mit den beiden geschnitzten, gotischen Türflügeln aus Eichenholz aus dem Jahr 1408. Sie zeigen zwei schwangere Frauen mit ihren ungeborenen Kindern: die Hl. Maria, die Mutter Jesu, und die Hl. Elisabeth, die Mutter Johannes des Täufers. Beide Reliefs stammen vom Meister von Irrsdorf, einem namentlich nicht bekannten Salzburger Schnitzmeister der Gotik.

03/12/2018

200 Jahre "Stille Nacht":

1818 bat Joseph Mohr den Lehrer Franz Xaver Gruber für sein bereits 1816 verfasstes Gedicht „Stille Nacht, heilige Nacht“ eine passende Melodie zu komponieren. Bei der Christmette am 24. Dezember 1818 wurde das Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“ in der Sankt-Nikolai-Kirche in Oberndorf uraufgeführt.

Joseph Mohr war von 1821 bis 1822 Koadjutor in Vigaun. In dieser Zeit half er auch in den Pfarren Adnet und Krispl aus, wohin er von Vigaun aus stets zu Fuß gehen musste. Eine Marmorgedenktafel beim Eingang zum Adneter Pfarrsaal weist auf seine Tätigkeit als Aushilfspfarrer in Adnet hin.

Michael Neureiter, der Präsident der Stille Nacht Gesellschaft, hat in den Büchern der Adneter Pfarre einen Eintrag im Taufbuch und zwei Eiträge im Trauungsbuch von Josef Mohr aus dieser Zeit gefunden. Der Eintrag im Taufbuch betrifft die Taufe des Georg Gruber, Sohn des Andrä Gruber, Wurmoosbauer am Rengerberg, und seiner Gattin Anna Thanner am 14. April 1822. Die beiden Einträge im Trauungsbuch stammen beide vom 18. Februar 1822: sie betreffen die Trauung von Matthias Schaber und Katharina Höllbacher sowie von Peter Seinmann und Maria Wieser.

EntfärbungenHäufig beobachtet man in den Adneter Schichten von Klüften ausgehende graue Verfärbungen. Diese entstand...
26/11/2018

Entfärbungen

Häufig beobachtet man in den Adneter Schichten von Klüften ausgehende graue Verfärbungen. Diese entstanden nachträglich durch die teilweise Reduktion von dreiwertigem Eisenoxid zu zweiwertigem.

Bei den roten Kalken beträgt das Fe²+ / Fe³+ - Verhältnis ungefähr 3 : 2, bei den grauen Kalken ungefähr 5 : 2. Bei den grauen Varianten des Schnöll- und des Langmoosmarmors handelt es sich allerdings nicht um nachträgliche Entfärbungen.

Mandelscheck – nur Kaisern und Königen vorbehalten?Der Mandelscheck ist eine besondere Variante des Adneter Scheckmar...
05/11/2018

Mandelscheck – nur Kaisern und Königen vorbehalten?

Der Mandelscheck ist eine besondere Variante des Adneter Scheckmarmors - ohne die auffallenden weißen Zwischenfüllungen aus Kalkspat, aber mit einem Knollengefüge aus roten und gelben Geröllen (Knollenbreccie). Er wurde nur wenige Jahrzehnte vor und nach 1500 n.Chr. abgebaut. Die genaue Abbaustelle in Adnet ist heute nicht mehr bekannt. Es war wohl ein sehr begrenztes Vorkommen und so war der Stein auch nur für einen ausgewählten Personenkreis verfügbar – nämlich für Kaiser und Könige.

Eine Ausnahme bildet das Grabmal des ersten Hochmeisters des Georg-Ritterordens Johann Siebenhirter (1469-1508). Siebenhirter war vor seiner Bestellung zum Hochmeister (1469) für die wirtschaftlichen Belange des Hofes Kaiser Friedrichs III zuständig. Als "kuchelmeister" Friedrichs III. kannte Johann Siebenhirter mit Sicherheit diesen besonderen Stein von den Bestellungen der Marmorplatten für die Grabmäler des Kaisers Friedrich III. bzw. seiner Gemahlin Kaiserin Leonore von Portugal. So konnte er als bester Freund und Berater des Kaisers auch für sich eine Grabplatte aus diesem besonderen Stein bestellen. Den Auftrag bekam der Augsburger Bildhauer Hans Peuerlin, der die Grabplatte um 1500 anfertigte. Heute steht diese Grabplatte in der Siebenhirterkapelle an der Nordwand der ehemaligen Stiftskirche und heutigen Pfarrkirche in Millstatt.

Adresse

Adnet 18
Adnet
5421

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