06/07/2026
Nøkkelsted 25 (Teil 2 von 2): Reins kloster
Das liest sich fast wie der letzte Teil der Filmreihe von Harry Potter, letzter Teil - Teil 2 von 2. Wie das herauszögern eines Endes. Irgendwie stimmt das, und wiederum auch nicht.
Es fühlt sich gut an, zum Ende zu kommen, gleichzeitig mit dem Wissen, damit beginnt es. Mein Pilgerweg wird nicht am Ende sein, nicht vorbei. Morgen werde ich das wieder spüren. Der Weg geht weiter, es geht los. Ein Pilgerweg endet nicht mit dem ankommen am "Ziel".
Ich freue mich darauf! Worauf? Darauf! 😊
Diese und ähnliche Gedanken habe ich heute schon den ganzen Tag im Kopf und ich schmunzel 😏.
Es bin in einem kleinen Pilgerhaus, einer Pilgerherberge, etwa 3 km vom Reins Kloster entfernt. Meine Gastgeber sind im Urlaub. Wir haben telefoniert, sie haben mir erklärt, wie ich an den Schlüssel komme und dass ich mich wie zuhause fühlen kann. Das Haus ist für mich, für mich alleine offen. Im Gästebuch habe ich einen langen Text geschrieben und mich bedankt.
Dann ging ich zum letzten Nøkkelsted, der letzten Station vor dem Nidarosdom, der Reins Kirche und dem Reins Kloster.
Es ist Montag. Wer bereits mitgelesen hat, weiß es schon. Montag hat fast alles zu. Auch mir war klar, ich kann heute sicherlich nicht reinschauen. Es wird geschlossen sein.
Als ich ankam und meinen Pilgerausweis abgestempelt habe - ich war froh, dass es einen Briefkasten gab, mit dem Stempel - gab es gerade Aktivitäten für eine Kindergruppe. Und ich wurde gefragt ob ich gerne in die Kirche möchte. Wunderbar! Damit hatte ich nicht gerechnet.
Ich bekam eine kurze Privatführung in der Kirche und habe die wunderbare Geschichte dazu gehört.
Die Kirche hier, ist recht neu. Die Geschichte dazu ist sehr interessant.
Der Ort selbst hat eine lange Geschichte. So war wohl Harald Hårfarge, der erste König Norwegens, der Besitzer von Reins.
Zwischendurch stand hier auch einmal ein Kloster über 300 Jahre.
Die heutige Kirche ist eine Nachbildung einer Holzkirche aus dem Jahr 1649, die abgerissen wurde, als an anderer Stelle auf Föll eine Steinkirche gebaut wurde.
Johan Bojer, der Schriftsteller, der unter anderem auch das Buch "Den siste Viking", der letzte Wikinger, geschrieben hat, wurde hier konfirmiert.
Johan Bojer wuchs in Armut auf, bei einer Pflegemutter. Er war sehr schlau und lernte schnell und war sehr gebildet. Seiner Pflegemutter, die traurig war, weil die Kirche abgerissen wurde und der Weg zur neuen Kirche zu weit war, versprach er als Kind, er wird ihr wieder eine Kirche bauen.
Und er wurde ein berühmter Schriftsteller, bekam das Geld für einen Neubau einer Kirche (die so aussehen sollte wie die alte) zusammen. Er gab den Behörden Geld, sowohl für den Aufbau als auch für die Erhaltung.
In der Kirche hängt ein Gemälde. Der kleine Junge soll Johan sein.
Der kleine Junge hatte sein Versprechen gegeben und es als Erwachsener umgesetzt.