01/09/2026
Was bin ich? 🤔
Wer erkennt diesen Gegenstand?
Die Auflösung findet ihr weiter unten.
Willkommen zurück bei unserer Reihe "Was bin ich?", wo wir Stücke aus unseren Sammlungen vorstellen, die vielleicht nicht jeder kennt.
Heute geht es um ein Terrakotta-Objekt, das mit vielen anderen seiner Art meist in Serie hergestellt und in großer Zahl in etruskisch-italischen Heiligtümern gefunden wurde. Die abgebildete Terrakotte kommt aus Vulci und datiert in die Zeit zwischen dem 3. und dem 2. Jh. v. Chr. Sie ist nur 8,4 cm hoch und 14,5 cm lang. Vergleiche legen nahe, dass das Objekt ursprünglich rot bemalt war.
Wisst ihr, worum es sich hier handelt? Schreibt es in die Kommentare! 🗨️
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Auflösung:
Es handelt sich hierbei um ein Uterus-Votiv. Während es auch in Griechenland üblich war, in den Heiligtümern bestimmter Götter, wie Asklepios, Votive bestimmter Körperteile zu weihen, kennen wir Weihgaben, die innere Organe darstellen, nur aus dem etruskischen und italischen Raum. Dort war diese Praxis weit verbreitet und die Weihungen wurden in den Heiligtümern verschiedenster Götter gefunden. Es ist unklar, ob die Objekte ex voto als Dank für einen erfüllten Wunsch oder als Bestandteil einer Bitte an die Gottheit gestiftet wurden.
Die Weihung eines Uterus ist jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit an eine Bitte oder einen Dank an eine Gottheit zur Unterstützung bei Fruchtbarkeit, der Geburt oder der Zeit des Wochenbetts geknüpft gewesen.
Während sich antike Ärzte eingehend mit weiblicher Anatomie beschäftigten, waren viele ihrer Ansichten von Falschinformationen, Spekulationen und Aberglauben geprägt. Das Wissen über weibliche Geschlechtsorgane stammte hauptsächlich aus Beobachtungen, die an Tieren gemacht wurden. Man glaubte sehr lange, dass es sich bei der Gebärmutter um einen eigenen, lebendigen Organismus im Körper der Frau handelte, der in ihr umherwanderte. Diese Vorstellung begründete auch die „Diagnose“ der Hysterie, die eng mit inkorrekten Vorurteilen gegenüber dem weiblichen Körper und der weiblichen Sexualität verknüpft war. Daher leitet sich der Begriff Hysterie auch von dem griechischen Wort ὑστέρα (hystéra) ab, was nichts anderes als Gebärmutter bedeutet.
Uterus-Votiv, aus Vulci, Ton, 3.–2. Jh. v. Chr., NI 1106.
(MN)
Foto: Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek/Renate Kühling.