Freundeskreis des POLIN Museums

Freundeskreis des POLIN Museums Der Freundeskreis des POLIN Museums – Verein zur Förderung des Museums der Geschichte der polnischen Juden (JGIPL) wurde 1996 gegründet.

Ziel ist, die Förderung von Bildungsangeboten zur Geschichte und Kultur der polnischen Juden.

„Exil ist nicht nur ein Ort, an dem man nicht ist, sondern auch einer, an dem man nie wirklich sein kann.“ Im Verlag Ago...
23/06/2026

„Exil ist nicht nur ein Ort, an dem man nicht ist, sondern auch einer, an dem man nie wirklich sein kann.“

Im Verlag Agora ist die Publikation “W pierwszej osobie. Wspomnienia i rozliczenia” (“In erster Person. Erinnerungen und Abrechnungen”) von Zygmunt Bauman (1925–2017) erschienen. Sie erzählt das Leben des weltbekannten Soziologen und polnischen Juden, der während seiner Zeit an der Universität von Leeds bahnbrechende Werke schrieb – und zwar aus seiner eigenen Perspektive. Der Text basiert auf Tonaufnahmen, die Bauman in seinen letzten Lebensjahren gemacht hat. Der Verlag entschied sich, es als seine letzten Worte und Erinnerungen zu veröffentlichen.

Der renommierte Soziologe Zygmunt Bauman wurde 1925 in Poznań in einer jüdischen Familie geboren. Er floh mit seinen Eltern nach dem Einmarsch der Wehrmacht in die Sowjetunion. Nach dem Krieg nach Polen zurückgekehrt, lernte er 1947 an der Warschauer Universität Janina Bauman, geb. Lewinson (1926–2009) kennen. Janina kam in Warschau zur Welt und überlebte als Jugendliche im Warschauer Ghetto. Ihr Vater, ein bekannter Mediziner und Offizier der polnischen Armee, der im September 1939 mobilisiert wurde, wurde von der Roten Armee in Katyń ermordet.

Janina und Zygmunt heirateten und bekamen drei Töchter: Anna, Irena und Lydia. Janina arbeitete als Übersetzerin und beim Staatsunternehmen Film Polski als Cutterin, Zygmunt zunächst als politischer Beamter im Ministerium für öffentliche Sicherheit. Er wurde 1953 wegen angeblicher »zionistischer Aktivitäten« seines Vaters entlassen.

Zygmunt promovierte und habilitierte sich an der Universität Warschau, wo er als Assistenzprofessor und Dozent tätig war. Im Januar 1968 trat er aus der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei aus. Im März 1968 wurde er im Zuge der antisemitischen Kampagne der polnischen Regierung von der Universität entlassen, woraufhin die Familie nach Israel auswanderte. Mit seiner Berufung an die Universität von Leeds im Jahr 1971 zogen die Baumans nach Großbritannien.

Bauman arbeitete bis kurz vor seinem Tod an seiner Autobiografie. Er nahm mündliche Erzählungen auf, die nun transkribiert und zu einem Buch zusammengestellt wurden. Der Verlag Agora veröffentlichte das Buch posthum. Es ist eine persönliche Reflexion Baumans über sein Leben, seine Erfahrungen mit Krieg, Vertreibung, Antisemitismus und Exil – Themen, die sein Denken und Werk prägten.

Zur Website des Verlags:
https://wydawnictwoagora.pl/w-pierwszej-osobie-wspomnienia-i-rozliczenia/

Foto: Cover der Publikation (Ausschnitt)

Veranstaltungstipp für Berlin!
20/06/2026

Veranstaltungstipp für Berlin!

Wie wurde die Erinnerungskultur in Deutschland erkämpft?

Zum 25-jährigen Jubiläum des Jüdischen Museums Berlin werfen wir gemeinsam einen Blick auf die prägenden Debatten der 1990er- und frühen 2000er-Jahre und warum die Erinnerungskultur, die heute oft als dominant oder routiniert kritisiert wird, in Deutschland noch gar nicht so lange selbstverständlich ist.

Mit dabei sind Heinrich Wefing, Inka Bertz und Michael Wolffsohn. Durch den Abend führt Shelly Kupferberg.

Der kostenlose Veranstaltung ist fast ausgebucht. Wer noch spontan dabei sein möchte: Es gibt ein kleines Kontingent an Karten an der Abendkasse - kommt gern vorbei.

Mehr Infos zur Veranstaltung findet ihr in den Kommentaren 👇

  vor 119 Jahren, am 18. Juni 1901, wurde in Warschau der Architekt und Bildhauer Leon Suzin geboren. Nach dem Zweiten W...
18/06/2026

vor 119 Jahren, am 18. Juni 1901, wurde in Warschau der Architekt und Bildhauer Leon Suzin geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg gestaltete er das erste Denkmal für die Ghettohelden, das am 16. April 1946 enthüllt wurde. Das Denkmal befindet sich heute fast unmittelbar vor dem POLIN Museum.

Mit dem Bildhauer Nathan Rapoport arbeitete er zudem am Entwurf des zweite Ghetto-Ehrenmals, das 1948 eingeweiht wurde.

Nach seinen Plänen wurden zudem zahlreiche Gebäude in Warschau nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wieder aufgebaut.

Foto: Erstes Denkmal von 1946, Foto aufgenommen 2025.

Spannende Veranstaltung im Ethnologisches Museum in Berlin: Verflochtene ErinnerungenTandemführung - "Das Mädchen mit de...
15/06/2026

Spannende Veranstaltung im Ethnologisches Museum in Berlin:
Verflochtene Erinnerungen
Tandemführung - "Das Mädchen mit dem Goldhelm" 1933
Samstag, 11. Juli 2026, 16 Uhr

Ausgangspunkt der Führung ist eine Fotoserie, die am 12. Februar 1933, zwei Wochen nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten, in der Berliner Illustrierten erschien: mit weißen Models, die Schmuck aus den ethnologischen Sammlungen tragen.

Gemacht hat die Fotos die berühmte Berliner Fotografin Yva, eigentlich Else Ernestine Neuländer-Simon, die eine gefragte Modefotografin war und in renommierten Zeitungen und Illustrierten veröffentlichte. Unter den Nationalsozialisten erhielt sie als Jüdin Berufsverbot, ihr Atelier wurde geschlossen. 1942 wurde sie gemeinsam mit ihrem Mann verhaftet und am 2. Juni 1942 über Lublin wahrscheinlich in das Vernichtungslager Sobibor deportiert, nachdem sie vorher noch Vorbereitungen zur Auswanderung getroffen hatten. Die Deutschen ermordeten sie wahrscheinlich unmittelbar nach Ankunft.

Zur Führung am 11. Juli zeigen der Historiker Patrick Helber und der Vermittler Christian Hajer die Objekte gemeinsam mit den historischen Fotos der avantgardistischen Fotografin, diskutieren heutige Perspektiven auf die Werke und verorten sie in der Verflechtungsgeschichte zwischen Kolonialismus und Holocaust in den Ethnologischen Sammlungen.

Weitere Infos zur Führung:
https://www.humboldtforum.org/de/programm/termin/fuehrung/verflochtene-erinnerungen-4-163699/?event_date=20260711%2016%3A00

Weitere Infos zum Projekt im Radiobeitrag "1933: Ein transkulturelles Fotoshooting verdrängt die Nazi-Politiker auf die hinteren Plätze":
https://www.radiodrei.de/programm/schema/sendungen/radio3_am_nachmittag/archiv/20260601_1600/radio3_aktuell_1810.html

Ein Model trägt einen Goldhelm aus Kolumbien im Museum für "Völkerkunde" © Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek / Foto: Yva, Public Domain Mark 1.0 Goldhelm mit der Abbildung einer Frau © Staatliche Museen zu Berlin, Ethnologisches Museum, Dietrich Graf, CC BY-NC-SA 4.0 Bildinfo Bild 1:...

Ausschreibung: Freie Mitarbeit auf Honorarbasis im deutsch-polnischen Bildungsprojekt „BRIDGE“Der Lese-Zeichen e.V. such...
11/06/2026

Ausschreibung: Freie Mitarbeit auf Honorarbasis im deutsch-polnischen Bildungsprojekt „BRIDGE“

Der Lese-Zeichen e.V. sucht für das internationale Projekt „BRIDGE – Behind the Stones: Remembrance, Inclusion, Dialogue, Growth, Empowerment“ eine freie Mitarbeiter:in auf Honorarbasis zur Unterstützung des Projektteams.

Nur noch bis zum 15. Juni im Muzeum Historii Żydów Polskich POLIN: der Fries "Ghetto" von Marek Oberländer. Die monument...
09/06/2026

Nur noch bis zum 15. Juni im Muzeum Historii Żydów Polskich POLIN: der Fries "Ghetto" von Marek Oberländer. Die monumentale Komposition war über 70 Jahren nicht öffentlich ausgestellt und wird seit April 2026 für nur zwei Monate im Polin Museum in Warschau gezeigt.

Marek Oberländer wurde 1922 in einer jüdischen Familie in Szczerzec bei Lemberg geboren. Während des Zweiten Weltkriegs befand er sich in den von der Sowjetunion besetzten Gebieten. Er wurde in die Rote Armee eingezogen und kam später in Arbeitslager im Inneren der UdSSR. Er überlebte den Krieg als Einziger seiner Familie. Nach Kriegsende suchte er vergeblich nach seinen Angehörigen, die in den Ghettos und Vernichtungslagern von den Deutschen ermordet worden waren.

Nach seiner Rückkehr nach Polen studierte er Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Warschau. Was er nicht in Worte fassen konnte, hat er in einer über vier Meter hohen Komposition festgehalten. Diese zeigt in intensiven Farben nackte Gestalten, die in Gesten der Verzweiflung festgehalten sind. Die Kuratorin der Sonderausstellung „Kadr cierpienia“ (Bild des Leidens), Dr. Natalia Romik, vergleicht Oberländers Werk mit Pablo Picassos „Guernica“ – aufgrund des Ausmaßes und der Art und Weise, wie kollektive Erfahrungen dargestellt werden.

Auf dem YouTube Kanal des Polin-Museums gibt es eine Aufzeichnung der Podiumsdiskussion zwischen Dr. habil. Luiza Nader, Dr. Piotr Słodkowski sowie Dr. Agata Pietrasik über das Werk Oberländers und die Darstellungsweisen des Holocaust in der bildenden Kunst.

Link zu YouTube:

W Muzeum POLIN raz pierwszy pokazujemy pracę Marka Oberländera "Getto" (1955) – monumentalną kompozycję, która przez ponad 70 lat nie była prezentowana publi...

Die Kreisau-Initiative sucht eine*n Junior Projektmanager*in oder eine*n Projektmanager*in für das Programm Zeitgeschich...
07/06/2026

Die Kreisau-Initiative sucht eine*n Junior Projektmanager*in oder eine*n Projektmanager*in für das Programm Zeitgeschichte und Menschenrechte in Vollzeit (40h/Woche) in Berlin - mit Polnischkenntnissen.
Bewerbungsfrist ist der 19. Juni, weitere Infos hier:

Die Kreisau-Initiative sucht eine*n Junior Projektmanager*in oder eine*n Projektmanager*in für das Programm Zeitgeschichte und Menschenrechte in Vollzeit (40h/Woche) in Berlin.

Sprache kann ein Kommunikationsmittel sein, eine Spur vergangener Generationen, ein Ort der Begegnung oder vielsagende S...
05/06/2026

Sprache kann ein Kommunikationsmittel sein, eine Spur vergangener Generationen, ein Ort der Begegnung oder vielsagende Stille. Am Montag, 8.6.2026 endet im POLIN Museum die aktuelle Sonderausstellung „Die Macht der Worte. Über jüdische Sprachen“.

Die Ausstellung befasst sich mit Sprachen, die Jüdinnen und Juden auf der ganzen Welt über Jahrhunderte hinweg begleitet haben. Im Mittelpunkt steht das Hebräische – eine alte, heilige und zeitgenössische Sprache. In Polen war Jiddisch die Sprache, die vor dem Zweiten Weltkrieg auf den Straßen allgegenwärtig war, dort aber heute weitgehend ungehört ist. Für die in der Diaspora lebende Gemeinschaft waren die gemeinsamen Sprachen ein Raum der kulturellen Entwicklung – sie prägten den sakralen Bereich, die alltägliche Kommunikation sowie die religiösen, sozialen, lokale und nationale Zugehörigkeiten.

Im Rahmen der Finissage soll diese Vielschichtigkeit erlebbar werden: durch die kuratorische Erzählung von Tamara Sztymy, choreografische Aktionen im Ausstellungsraum, die Vorführung von „Der Dibbuk“ mit Live-Musik und eine Familienführung.

Weitere Infos zur Ausstellung gibt es auf der Website des POLIN Museums (auf Polnisch und Englisch): https://www.polin.pl/pl/finisaz-wystawy-moc-slow-o-jezykach-zydowskich

Foto: Fot. M. Jaźwiecki / Muzeum Historii Żydów Polskich

  vor 39 Jahren, am 4. Juni 1987, starb der 1911 in Warschau geborene jüdische Bildhauer Nathan Rapoport. Er studierte a...
04/06/2026

vor 39 Jahren, am 4. Juni 1987, starb der 1911 in Warschau geborene jüdische Bildhauer Nathan Rapoport. Er studierte an der Warschauer Akademie der Schönen Künste. Zum Beginn des Zweiten Weltkriegs floh er in die dann von der Sowjetunion besetzten polnischen Ostgebiete, 1941 weiter nach Taschkent und Nowosibirsk. 1946 kehrte er nach Polen zurück.

Gemeinsam mit dem Architekten Leon Marek Suzin entwarf er das Denkmal der Helden des Ghettos (Pomnik Bohaterów Getta), das zum 5. Jahrestag des Aufstands im Warschauer Ghetto am 19. April 1948 enthüllt wurde. 1950 ging Rappaport nach Paris, später nach Israel, 1959 siedelte er sich in New York an. Das von ihm gestaltete Denkmal steht heute unmittelbar gegenüber des Eingangs zum POLIN Museum. Bis heute finden dort jedes Jahr am 19. April Gedenkveranstaltungen statt.

Fotos: Enthüllung des vom Bildhauer Nathan Rapoport geschaffenen Denkmals, Warschau, 19. April 1948. Quelle: Nachlass Tuvia Borzykowski, Ghetto Fighters’ House; Denkmal und POLIN-Museum heute

Spannende Veranstaltung am 10. Juni im Muzeum Historii Żydów Polskich POLIN : Marek Zając stellt sein jüngst im Znak-Ver...
02/06/2026

Spannende Veranstaltung am 10. Juni im Muzeum Historii Żydów Polskich POLIN : Marek Zając stellt sein jüngst im Znak-Verlag erschienenes Buch "Nieobojętny. 100 portretów Mariana Turskiego" („Nicht gleichgültig. 100 Porträts von Marian Turski“) vor. Im Gespräch mit Joanna Turska, der Tochter von Marian Turski, sowie Jerzy Baczyński, dem Chefredakteur der Wochenzeitung „Polityka“ gehen sie dem Leben Marian Turskis nach, das fast ein Jahrhundert füllte. Das Buch ist voller Anekdoten, warmer Erinnerungen und intellektuellem Humor, aber auch eine kluge Reflexion über Verantwortung, Gemeinschaft und die Grenzen des Kompromisses.

Turski wurde als Mosze Turbowicz in Duskiniankai (heute Litauen) geboren. Er überlebte das Ghetto, das die deutschen Besatzer im Frühjahr 1940 in Łódź errichteten, sowie die Lager Auschwitz, Buchenwald und Theresienstadt. Nach dem Holocaust arbeitete er Jahrzehnte lang als Journalist und Historiker u.a. am Jüdischen Historischen Institut in Warschau. Er nahm aktiv am öffentlichen und intellektuellen Leben teil, ohne dabei weder seine Neugier auf die Welt noch seinen Sinn für Humor zu verlieren.

Am 26. Juni wäre Marian Turski 100 Jahre alt geworden. Er starb am 18. Februar 2025 in Warschau.

Weitere Infos zur Veranstaltung (auf Polnisch):
https://polin.pl/pl/wydarzenie/czytelnia-polin-marek-zajac-nieobojetny-100-portretow-mariana-turskiego

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Leipzig

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