Freundeskreis des POLIN Museums

Freundeskreis des POLIN Museums Der Freundeskreis des POLIN Museums – Verein zur Förderung des Museums der Geschichte der polnischen Juden (JGIPL) wurde 1996 gegründet.

Ziel ist, die Förderung von Bildungsangeboten zur Geschichte und Kultur der polnischen Juden.

Über 400 Objekte aus ehemaligem jüdischem Besitz: Chanukkia, Menora, Becher, Fragmente des Talmuds sowie Haushaltsgegens...
29/08/2026

Über 400 Objekte aus ehemaligem jüdischem Besitz: Chanukkia, Menora, Becher, Fragmente des Talmuds sowie Haushaltsgegenstände wie versilbertes Geschirr, Kleidung und Parfümflakons, fanden Handwerker im Januar 2023 bei Renovierungsarbeiten in einem Haus in der Północna-Straße in Łódź. Eingewickelt waren die Gegenstände in das Papier polnisch-, jiddisch und deutschsprachiger Zeitungen aus dem Oktober 1939 und in einer Holzkiste verstaut und im Fundament des alten Gebäudes vergraben.

Die Północna-Straße lag direkt an der Grenze des von den deutschen Besatzern im April 1940 errichteten Ghettos „Litzmannstadt“. Eingesperrt wurde hier zunächst die jüdische Bevölkerung der zweitgrößten Stadt Polens. Später kamen zehntausende Jüdinnen und Juden aus dem Umland sowie aus Deutschland sowie Sintizze und Romnja dazu. Insgesamt ca. 205.000 Menschen wurden zwischen 1940-1944 in das völlig überfüllte Ghetto verschleppt und mussten hier Zwangsarbeit für Rüstungsfirmen leisten. Im Ghetto gab es weitestgehend kein fließendes Wasser, eine Kanalisation oder Strom.

Ab Januar 1942 begannen die Deportationen in die Vernichtungsstätten. Zunächst nach Chełmno, später nach Kulmhof, Auschwitz II, Majdanek, Treblinka und Sobibor. , am 29. August 1944, verließ der letzte große Deportationszug das Ghetto Litzmannstadt Richtung Auschwitz. Nur wenige hundert Menschen als sogenanntes Aufräumkommando im Ghetto zurück.

Auch die ehemaligen Besitzerinnen und Besitzer der 2023 gefundenen Gegenstände aus dem Haus in der Północna-Straße haben nach bisherigem Wissensstand die Lebensbedingungen im Ghetto, bzw. die Deportationen in die Konzentrations- und Vernichtungslager nicht überlebt.

Weitere Informationen zu dem Fund von 2023:
https://www.thehistoryblog.com/archives/66134

Foto: Christoph Szymczak

Orte, die nicht ruhen: Gewalt, Gedächtnis und Konflikt Podiumsdiskussion in Weimar, moderiert vom Mitglied des Vereinsvo...
25/08/2026

Orte, die nicht ruhen: Gewalt, Gedächtnis und Konflikt
Podiumsdiskussion in Weimar, moderiert vom Mitglied des Vereinsvorstands Julia Roos

Gewalt hinterlässt Spuren: in Menschen, in Gesellschaften, in Städten, Museen und Erinnerungsorten. Wie gehen wir mit diesem Erbe um? 7.–9. September 2026 Bauhaus-Universität Weimar Anmeldungen noch bis 31. August 2026 möglich unter [email protected]

In Deutschland und in Polen stehen Gedenkstätten, Erinnerungsorte, Museen und andere demokratierelevante Orte unter poli...
24/08/2026

In Deutschland und in Polen stehen Gedenkstätten, Erinnerungsorte, Museen und andere demokratierelevante Orte unter politischem und gesellschaftlichem Druck. Viele Akteur:innen stören sich an erinnerungspolitischer Arbeit, weil sie ihrer geschichtsrevisionistischen Agenda widerspricht. Rechtsextremist:innen wollen die Geschichte für ihre Zwecke umdeuten und verklären. (Jüdische) Museen und Gedenkstätten sind für sie gefährlich, denn sie arbeiten faktenbasiert, stehen für ein kritisches Geschichtsbewusstsein und setzen sich für demokratische Werte und die Unverhandelbarkeit von Menschenrechten ein.

  Genau heute in einem Monat findet unsere Online-Veranstaltung "Exhibiting One's Own History: Jewish Museums in Berlin ...
23/08/2026


Genau heute in einem Monat findet unsere Online-Veranstaltung "Exhibiting One's Own History: Jewish Museums in Berlin and Warsaw Before the Shoah" statt.

1933 eröffnet, bestand das erste jüdische Museum in Berlin nur fünf Jahre. Moderiert von Julia Roos, geben Sylvia Bailey (Berlin) und Marta Kapełuś (Warschau) am 23. September 2026, 18 Uhr in der Online-Veranstaltung »Exhibiting One's Own History« Einblick in dessen Geschichte und Sammlung. Dorothea Warneck (Jena) wird zudem das jüdische Museum vorstellen, das in Warschau bis zum Zweiten Weltkrieg bestand.

In Kooperation mit dem Żydowski Instytut Historyczny / Jewish Historical Institute und dem Dubnow-Institut

Weitere Infos:
https://freundeskreis-polin.de/aktuelles-and-veranstaltungen/

Foto: Main Hall of the Jewish Museum in Berlin Glass diapositive no. 2128. Collection of the Museum of the Lubusz Land in Zielona Góra.

„Eines Tages sagte mein Vater, er habe Freunde im Ghetto und wir müssten ihnen helfen. Und so kamen Kazimierz Berek und ...
21/08/2026

„Eines Tages sagte mein Vater, er habe Freunde im Ghetto und wir müssten ihnen helfen. Und so kamen Kazimierz Berek und seine Frau Paulina zu uns.
Die Fensterbank in unserer Wohnung ließ sich auf Schienen herausziehen, und zwischen den dicken Mauern war Platz für eine Person. Das kam uns zugute.
Eines Tages im Sommer war ich mit meiner Tante Paulina und Herrn Kazik zusammen, und sie sagte: ‚Hört ihr das Getrampel im Hof? Kazik, spring rein.‘ Es wurde an die Tür geklopft. Sie suchten meinen Vater. Aber hätten sie Kazik dort vorgefunden, wäre es mit uns vorbei gewesen.“

So erinnert sich Ryszard, der Sohn der Familie Zieliński, der 1943 zwölf Jahre alt war.
Wo in Warschau versteckten sich Juden während des Zweiten Weltkriegs? Wie viele dieser Orte sind bis heute erhalten geblieben? Welche Geschichten verbergen sich hinter diesen Adressen?

Das POLIN Museum hat eine historische Karte dazu erstellt: „Die richtige Adresse. Geschichten von Juden, die sich im besetzten Warschau versteckten“. Die Karte ist seit Juni 2026 auf dem Historischen Portal von Warschau verfügbar, einem neuen interaktiven digitalen Tool, mit dem räumliche Daten zur Geschichte Warschaus und seiner Einwohner:innen durchsucht werden können. Auch andere kulturelle Einrichtungen Warschaus stellen hier ihre thematischen Karten bereit. Das Angebot steht auf Polnisch und Englisch zur Verfügung.

Mehr über die Karte „Die richtige Adresse“ finden Sie hier:
https://sprawiedliwi.org.pl/en/aktualnosci/dobry-adres

Zur interaktiven Karte geht es hier:
https://mapa.um.warszawa.pl/portal-historyczny/mapa/1cc8f348-f5b6-4095-80df-2fb3d9704b19

  vor 100 Jahren, am 18. August 1926, wurde in Warschau die Übersetzerin und Autorin Janina Bauman als Janina Lewinson g...
18/08/2026

vor 100 Jahren, am 18. August 1926, wurde in Warschau die Übersetzerin und Autorin Janina Bauman als Janina Lewinson geboren. Izabela Wagner, die Soziologin, die die umfassende Biografie über Janinas späteren Ehemann, Zygmunt Bauman, geschrieben hat, sagte über diesen, dass er für sie zunächst nur der Ehemann der wundervollen Schriftstellerin Janina Bauman war.

Janinas Vater, ein angesehener Arzt, wurde 1939 als Offizier der polnischen Armee mobilisiert, geriet in sowjetische Gefangenschaft und wurde von der Roten Armee in Katyń ermordet. Janina überlebte als Jugendliche den Holocaust, zunächst im Warschauer Ghetto, später in Verstecken auf der sogenannten „arischen“ Seite. Im Warschauer Ghetto begann sie, Tagebuch zu schreiben. Viele Jahrzehnte später, bereits in Großbritannien, veröffentlichte sie darauf basierend ihr erstes autobiographisches Buch: „Winter in the Morning. A young Girl’s Life in the Warsaw Ghetto and beyond” (1986), auf Deutsch: „Als Mädchen im Warschauer Ghetto. Ein Überlebensbericht.” Auf unserem Gedenkkonzert am 19. April in Berlin haben wir Auszüge daraus gelesen.

Ihre zweite autobiografische Publikation folgte zwei Jahre später: 1988 veröffentlichte Janina Bauman “A Dream of Belonging. My Years in Post-War Poland”. Darin beschreibt sie, wie sie nach dem Krieg, während ihres Studiums an der Universität Warschau, Zygmunt Bauman kennenlernte. Sie heirateten und bekamen drei Töchter: Anna, Irena und Lydia. Janina arbeitete als Übersetzerin und Drehbuchredakteurin beim Staatsunternehmen Film Polski, Zygmunt zunächst als politischer Beamter im Ministerium für öffentliche Sicherheit. Er wurde 1953 wegen angeblicher »zionistischer Aktivitäten« seines Vaters entlassen.

„A Dream of Belonging“ ist ein vielschichtiges Porträt der polnischen Nachkriegsgesellschaft, ein Einblick in die Komplexität jüdisch-polnischer Beziehungen sowie die Fragilität jüdischen Lebens in der Nachkriegszeit, den psychischen und physischen Folgen des Überlebens im Ghetto und im Versteck. Gleichzeitig zeigt das Buch die Verführungskraft des neuen Systems durch Alltag, Bildung und Aufstiegschancen, die Anziehung, die vom Kommunismus wegen und zugleich trotz der Schrecken der deutschen Besatzung und des Holocaust ausging, sowie die Sollbruchstellen zwischen Utopie und Realität.

Zwischen fast jeder Zeile steht die große Frage: Gehen oder Bleiben? – nicht erst, aber vor allem seit der massiven antiisraelischen Propaganda im Zuge des Sechs-Tage-Kriegs und der antisemitischen Kampagne im März 1968. Bereits im Januar 1968 trat Janina Bauman, wie Zygmunt, aus der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei aus. Im Zuge der antisemitischen Kampagne der polnischen Regierung im März 1968 wurde sie entlassen. Da auch Zygmunt seine Anstellung an der Warschauer Universität verlor, sah sich die Familie gezwungen, nach Israel auszureisen. Zunächst lebten sie in Tel Aviv. Mit der Berufung Zygmunt Baumans an die Universität Leeds 1971 zog die Familie nach Großbritannien. Hier arbeitete Janina zunächst als Bibliothekarin, nach ihrem Ruhestand als Autorin.

Die Radierung „Gina Frydman“ von Izaak Celnikier, auch unter dem Titel „Judith“ bekannt, gehört zu den Objekten in der S...
16/08/2026

Die Radierung „Gina Frydman“ von Izaak Celnikier, auch unter dem Titel „Judith“ bekannt, gehört zu den Objekten in der Sammlung des Muzeum Historii Żydów Polskich POLIN, die an die Geschichte des Aufstands im Ghetto von Białystok erinnern. Celnikier bezieht sich darin auf Gina Frydman, die nach der Niederschlagung des Aufstands im August 1943 einen deutschen Soldaten mit einem Messer angriff und daraufhin erschossen wurde. Mit dem Titel „Judith“ verweist der Künstler auf die alttestamentarische Figur Judith. Im Buch Judith rettet sie ihre Stadt Bethulia, indem sie das Vertrauen des assyrischen Feldherrn Holofernes gewinnt und ihn tötet. In der jüdischen und christlichen Tradition gilt Judith daher als Sinnbild für Mut, Entschlossenheit und Widerstand gegen Unterdrückung.

, am 16. August jährt sich der Beginn des Aufstands im Ghetto von Białystok. Als die deutschen Besatzungsbehörden im August 1943 die endgültige Liquidierung des Ghettos einleiteten, erhoben sich mehrere hundert jüdische Widerstandskämpferinnen und -kämpfer gegen die drohenden Deportationen. Nach der Niederschlagung des Aufstands wurden die meisten der noch im Ghetto verbliebenen Jüdinnen und Juden deportiert. Ein Teil der Białystoker Juden wurden nach Treblinka deportiert, wo sie sofort ermordet wurden, während andere nach Majdanek gebracht wurden. Einigen Mitglieder des Białystoker Widerstands gelang die Flucht und sie schlossen sich den Partisanen an. Etwa 200 Juden aus dem Ghetto in Białystok überlebten die deutschen Lager, mehrere Dutzende tauchten unter und überlebten im „arischen“ Teil der Stadt. Auch ca. 60 jüdische Partisanen überlebten den Krieg.

Der Künstler Izaak Celnikier (1923–2011) war selbst Überlebender des Ghettos von Białystok sowie mehrerer deutscher Konzentrations- und Vernichtungslager. Seit den 1970er Jahren setzte er sich in seinen grafischen Arbeiten intensiv mit seinen Erinnerungen an den Holocaust auseinander und porträtierte Menschen aus seinem persönlichen Umfeld, die in Białystok und den Lagern ums Leben kamen. Die heute im POLIN Museum bewahrten Grafiken wurden dem Museum von Teresa Mellerowicz-Gella, einer langjährigen Freundin des Künstlers, gestiftet.

Mehr Informationen zum Bestand und zu Izaak Celnikiers Biografie finden Sie unter folgendem Link: https://kolekcje.polin.pl/en/portfolio-graphics-la-memoire-gravee-izaak-celnikier

Weiter Informationen zum Bild: https://kolekcje.polin.pl/en/gina-frydman

Eine Woche vor Hitlers Machtübernahme wurde in Berlin das Jüdische Museum eröffnet. Es bestand nicht lange. - Die Gazeta...
14/08/2026

Eine Woche vor Hitlers Machtübernahme wurde in Berlin das Jüdische Museum eröffnet. Es bestand nicht lange. - Die Gazeta Wyborcza berichtet über die Ausstellung "Images of Identity. The Collection of Berlin’s Pre-War Jewish Museum" und interviewt die Kuratorin Marta Kapełuś:
https://wyborcza.pl/alehistoria/7%2C121681%2C32937075%2Cwrazenie-w-tej-kolekcji-robia-zdjecia-synagog-juz-nie-istnieja.html

Am 23. September, 18 Uhr, organisieren wir als Freundeskreis die Online-Veranstaltung Exhibiting One's Own History: Jewish Museums in Berlin and Warsaw Before the Shoah, in der unter anderem Marta Kapełuś die verschlungenen Wege der Berliner Sammlung nach Warschau vorstellen wird.

Wrażenie w tej kolekcji robią zdjęcia synagog. Już nie istnieją , bo zrobiono je tuż przed nocą kryształową

Lektüreempfehlung von unserem Vereinsvorsitzenden
12/08/2026

Lektüreempfehlung von unserem Vereinsvorsitzenden

📚 Noch auf der Suche nach der richtigen Sommerlektüre? Wir haben in unserem Team nachgefragt: heute empfiehlt Dr. Stephan Stach, Programmdirektor in unserem Programm Liberale Demokratie.

📌 Welches Buch empfiehlst du für den Sommer?

Ich empfehle Zygmunt Baumans Buch Gemeinschaften.

📌 Warum ist dieses Buch gerade jetzt besonders lesenswert?

Weil gerade in der letzten Zeit der Ruf nach Gemeinschaft in einer immer unübersichtlich erscheinenden Welt wieder lauter wird. Bauman schreibt gegen deren Idealisierung an, bringt Gemeinschaft doch immer auch einen Verlust von Freiheit mit sich. Zugleich weist er auch darauf hin, dass völlige Freiheit für die weit überwiegende Mehrheit der Menschen eine Überforderung darstellen würde. Das Dilemma, zwischen Freiheit und Gemeinschaft wählen zu müssen, fächert er auf, ohne eine Lösung parat zu haben.

📌 Wer sollte dieses Buch unbedingt lesen?

Diejenigen, die Sicherheit in einer – meist imaginierten – idealen Gemeinschaft suchen ebenso wie jene, die ihre persönliche Freiheit über alles stellen. Sie werden zum Nachdenken darüber animiert, dass beides in seiner Absolutheit nicht erstrebenswert ist.

Cover: Suhrkamp Verlag

Von Podgórze, dem jüdischen Viertel von Krakau, in die Welt des Luxus, der Kunst und der modernen Schönheit. Helena (Cha...
12/08/2026

Von Podgórze, dem jüdischen Viertel von Krakau, in die Welt des Luxus, der Kunst und der modernen Schönheit. Helena (Chaja) Rubinstein, die 1872 als älteste Tochter des Lebensmittelhändlers Herzel Rubinstein und seiner Frau Augusta geboren wurde, steht für eine der faszinierendsten Frauenfiguren des 20. Jahrhunderts.
Nachdem sie eine arrangierte Ehe verweigert hatte, wanderte Chaja Rubinstein mit 24 Jahren alleine nach Australien aus und legte 1902 mit der Eröffnung des ersten Schönheitssalons Australiens in Melbourne den Grundstein für ein später weltweit florierendes Kosmetikunternehmen.
Eine aktuelle Ausstellung im Muzeum Historii Żydów Polskich POLIN in Warschau erzählt die Geschichte einer Frau, die Schönheit zu einem Mittel machte, sich neu zu erfinden, Unabhängigkeit zu erlangen und den sozialen Fortschritt voranzutreiben. Ihre Geschichte spielt sich zwischen Krakau, Paris, London und New York ab.

Noch bis zum 7. September 2026
Weitere Infos:
https://polin.pl/en/event/helena-rubinstein-beauty-your-destination-exhibition

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Leipzig

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