Kleiderbügelmuseum - Clothes Hanger Museum - Etlaswind

Kleiderbügelmuseum - Clothes Hanger Museum - Etlaswind private Sammlung und Archiv zur Geschichte und Gestalt des Kleiderbügels - Besuche nach Voranmeldung jederzeit gerne!

Falls Sie neugierig geworden sind, wer da ausgerechnet Kleiderbügel sammelt, hier ein link zu einem recht netten Video des BR zu meiner Sonderausstellung 2019 im Nürnberger Museum Industriekultur: https://youtu.be/4lOiqDQEE88
Wenn man viiiel Zeit hat und es ausführlicher möchte, gibt es von TV 1 Bamberg ein weiteres Video auf youtube: https://www.youtube.com/watch?v=rW-5hou6aD8
Sollten Sie einmal

in der Nähe von Nürnberg sein, einfach vorher anrufen/mailen - mein „Museum“ (eigentlich eher Archiv) kann gerne besichtigt werden!

Hier etwas über einen besonderen Typus Kinderkleiderbügel, von dem ich zuerst vermutet hätte, dass er vielleicht aus dem...
06/05/2026

Hier etwas über einen besonderen Typus Kinderkleiderbügel, von dem ich zuerst vermutet hätte, dass er vielleicht aus dem Erzgebirge stamme. Beim Stöbern im Internet fand ich dann aber das Ehepaar Irmi und Fred Bering aus New York im Zusammenhang mit einem solchen Bügel erwähnt und bei der weiteren Suche bin ich dann auf einen Blog von Tom Fischer aus den USA gestoßen.
Hier nur in aller Kürze: Irmi and Fred Bering wollten den oben erwähnten Typus Kleiderbügel für Kinder herstellen und Tom Fischers Mutter Gaby Feuchtwanger, die Ende der 30iger Jahre aus Deutschland geflohen war, wurde von ihnen als Designerin eingestellt. Die Berings ließen die Bügel in Norditalien von der Firma Sevi produzieren, aber das Finish erledigte die Designerin lange Zeit in Handarbeit, später wurde dieser Arbeitsschritt dann nach Haiti ausgelagert. Die ganze hochinteressante Geschichte findet sich auf: www.70irving.com
Nun habe ich einige z.T. recht unterschiedliche Bügel dieser Art in meiner Sammlung, weswegen ich natürlich gerne wüsste, welche nun wirklich von Herrn Fishers Mutter stammen. Ich habe ihn gebeten, sich die Bilder anzusehen und ich bin sehr gespannt, was dabei herauskommt!

Here is something about a special type of children's hangers, which I would have suspected at first that might have come from the Erzgebirge, Germany. While browsing the internet, however, I found the couple Irmi and Fred Bering from New York mentioned in connection with such a hanger and during further searching, I came across a blog by Tom Fischer from the USA.
Here in a nutshell: Irmi and Fred Bering wanted to make the above-mentioned type of hanger for children and Tom Fischer's mother Gaby Feuchtwanger, who had fled Germany at the end of the 30s, was hired by them as a designer. The Berings had the hangers produced in northern Italy by the company Sevi, but the designer did the finish by hand for a long time, later this step was outsourced to Haiti. The whole highly interesting story can be found at: www.70irving.com
Now I have some quite different examles of this kind in my collection, which is why I would of course like to know which ones really come from Mr. Fisher's mother. I asked him to have a look at the pictures and I'm very excited to see what comes out of it!

… bleiben wir noch etwas beim „Ordofix“! In der Patentschrift sind zwei unterschiedliche Grundtypen erkennbar: - der Ord...
27/01/2026

… bleiben wir noch etwas beim „Ordofix“! In der Patentschrift sind zwei unterschiedliche Grundtypen erkennbar:
- der Ordofix I, für die Kleiderstange und von dem ich wegen seiner wunderbaren Mechanik nochmal ein Bild eingestellt habe
- sowie den Ordofix II für den Gebrauch „über Nacht“, von dem ich leider nur Abbildungen habe
Bemerkenswert auch die aufwändige Werbung, die da „mit berühmten Zeitgenossen“ betrieben wurde. Der werbende Reim klingt eigentlich vernünftig, aber „Karl Helfferich bleibt eine umstrittene Figur deutscher Geschichte, sowohl wegen seiner wirtschaftlichen Expertise als auch wegen seiner politischen Rolle in der Übergangszeit von Kaiserreich zur Weimarer Republik“ (helfferich - Suchen & Karl Helfferich – Wikipedia). Leider konnte ich bis jetzt keine anderen Folgen dieser Anzeigenserie finden, was bestimmt interessant wäre.
Ich bin immer wieder erstaunt, wo mich die Beschäftigung mit einem so profanen Gegenstand wie dem Kleiderbügel so hinführt. Nun, zumindest habe ich mich noch nie gelangweilt 😉

… let's stay with the "Ordofix" for a while! Two different basic types are recognizable in the patent specification:
1. the Ordofix I, for the clothes rail and of which I have posted another picture because of its wonderful mechanics
2. as well as the Ordofix II for usage "overnight", of which I unfortunately only have pictures
The elaborate advertising that was carried out "with famous contemporaries" was also remarkable:


I know a good government program:
One buys Ordofixes in bulk
And use them to give a good hiding [a german idiom for spanking is used: „pulling tight someones pants“, what a trouser stretcher literally could do]
To the traffickers of any class"

The advertising rhyme actually sounds reasonable, but "Karl Helfferich remains a controversial figure in German history, both because of his economic expertise and because of his political role in the transition period from the German Empire to the Weimar Republic" (helfferich - Search & Karl Helfferich - Wikipedia). Unfortunately, I couldn't find any other episodes of this ad series so far, which would certainly be interesting.
I am always amazed at where dealing with such a mundane object as the coat hanger leads me. Well, at least I've never been bored 😉

… In renommierten Kaufhäusern wie „Hermann Tietz“ (HERTIE) wurden für den Hosenspanner Ordofix sogar Vorführungen angebo...
13/01/2026

… In renommierten Kaufhäusern wie „Hermann Tietz“ (HERTIE) wurden für den Hosenspanner Ordofix sogar Vorführungen angeboten. „Ein- und Ausspannen in 1 Sekunde!“ – sehr lange können diese Vorführungen ja nicht gedauert haben! Zur Illustration der mechanischen Wirkungsweise habe ich ein kleines Video beigefügt und hoffe, dass ich es im Sinne der Erfinder durchgeführt habe. Interessant sind auch die unterschiedlich langen Klemmleisten, die man erstmal kaum beachten würde! Das war kein Zufall, sondern schützte die ordnenden Finger beim Zuschnappen! (Fortsetzung folgt) …
… In renowned department stores like „Hermann Tietz“ (HERTIE), even demonstrations were offered for the trouser stretcher Ordofix. "Clamp in and out in 1 second!" – these demonstrations can't have lasted very long! To illustrate the mechanical mode of action, I have included a small video and hope that I have carried it out in the spirit of the inventors. Also interesting are the terminal strips of different length, which you would hardly notice at first! This was no coincidence, but protected the holding fingers when snapping shut! (to be continued) ...

Vorrichtung zum Einspannen und Aufhängen von Beinkleidern in zusammengelegtem ZustandeBesonders freue ich mich immer wie...
24/12/2025

Vorrichtung zum Einspannen und Aufhängen von Beinkleidern in zusammengelegtem Zustande
Besonders freue ich mich immer wieder, wenn ich zu in meiner Sammlung vorhandenen Bügeln auch noch die zugehörige Patentschrift finden kann. Die größte Schwierigkeit ist dabei regelmäßig, die passenden Suchwörter zu finden. „Kleiderbügel“ bringt 5161 Treffer, Kleiderhalter“ ergibt nur 426 Treffer – die man dann aber noch alle durchsehen muss!
Die Hosenklemme „Ordofix“ habe ich schon ziemlich lange, doch das Patent war mir bei den vielen Suchen bislang nicht untergekommen. Wie so oft sucht man etwas völlig anderes und findet dann mit Hilfe von Bruder Zufall ganz unerwartet eben die Österreicher Patentschrift des Ordofix aus Berlin mit dem sperrigen Titel „Klemmvorrichtung zum Aufhängen von Kleidungsstücken“ (1922). Kein Wunder, dass man das nicht unter „Kleiderbügel“ findet! Erfreulich ergiebig wurde dann die weitere Recherche mit den Namen der Erfinder, die ich ja nun kannte: Robert und Werner Otto aus Berlin. So fanden sich allein 6 deutsche Patentschriften (jeweils Zusätze und Varianten zum Hauptpatent), die schon erwähnte österreichische, sowie die schweizerische, die französische, englische, dänische und sogar kanadische Ausgabe. In zeitgenössischen Zeitungsanzeigen entdeckte ich überdies den Hersteller, die Elektro-Gesellschaft Sanitas in Berlin, die schon 1920 den Alleinvertrieb der „epochemachenden Neuheit mit Millionenabsatz“ für das Ausland anbietet … (Fortsetzung folgt)

(english below)  Wie schon erwähnt, ist es bei Kleiderbügeln gar nicht so einfach, ihr Alter korrekt zu bestimmen. Betra...
02/11/2025

(english below) Wie schon erwähnt, ist es bei Kleiderbügeln gar nicht so einfach, ihr Alter korrekt zu bestimmen. Betrachten wir den vorliegenden Bügel, können wir aufgrund des Hakens, der Kragenrolle und der Schriftart schon einige Vermutungen anstellen. Aber einen sehr konkreten Hinweis erhalten wir durch das Wort „Gefolgschaftsschränke“, ein Begriff, den ich noch nie zuvor gehört habe! Den „Gefolgschaftsschrank“ findet man im Internet zwar nicht, aber mit „Gefolgschaft“ wird es umfangreicher. Es war u.a. eine Bezeichnung für die Arbeitnehmer eines nach dem Führerprinzip aufgebauten nationalsozialistischen Betriebes und im Umland von Dresden hat sich tatsächlich auch noch in einem alten Fabrikgebäude ein sogenannter „Gefolgschaftsraum“ im Dachgeschoss erhalten! Ich bin dabei zu diesem Raum nähere Informationen zu erfragen, doch kann man wohl schon jetzt mit ziemlicher Sicherheit annehmen, dass der Bügel etwa aus der Zeit von 1935 bis 1940 stammen sollte. Damit ist das Exemplar recht gut datiert und wird in meiner Datenbank für Vergleichszwecke als „Leitfossil“ markiert. Darüber hinaus bin ich gespannt, ob meine Vermutung, dass es sich bei den Schränken schlicht um Spinde handelt, stimmt oder etwas ganz anderes bei der Recherche herauskommt.
As already mentioned, it is not so easy to correctly determine the age of hangers. If we look at the hanger at hand, we can already make some assumptions based on the hook, the collar roll and the font. But we get a very concrete clue from the word "Gefolgschaftsschränke" a term I've never heard before. You won't find the "follower cabinet" on the Internet, but with "followership" it becomes more extensive. Among other things, it was a term for the employees of a National Socialist company built up according to the Führer principle, and in the surrounding area of Dresden, a so-called "followership room" has actually been preserved in the attic in an old factory building! I am in the process of asking for more information about this room, but one can already assume with reasonable certainty that the hanger should date from about 1935 to 1940. This means that the specimen is quite well dated and is marked in my database as a "index fossil" for comparison purposes. In addition, I am curious to see whether my assumption that the cabinets are simply lockers is true or whether something completely different comes out of the research.

Kleiderbügel zu datieren ist zumeist eine recht schwierige Angelegenheit, auf die ich in nächster Zeit ein wenig eingehe...
11/08/2025

Kleiderbügel zu datieren ist zumeist eine recht schwierige Angelegenheit, auf die ich in nächster Zeit ein wenig eingehen möchte. Nicht so beim sog. Wiener Kleiderhalter, für den ein Patent von 1887 (siehe Bild, der obere Bügel + Patentschrift) vorliegt, was für Kleiderbügel schon sehr früh ist. Das österreichische oder deutsche Patent konnte ich leider nicht finden. Die Schulterauflagen wurden dann wohl etwas schmäler, so auch bei dem Exemplar auf dem zweiten dem Bild, den ich von der Tochter des Schneidermeisters Kessler bekommen habe, um ihn langfristig vor der Tonne zu retten. Dieser läßt sich recht gut in die Zeit „vor dem 1. Weltkrieg“ datieren, wie aus dem Beschrieb zu ersehen ist. Übrigens waren verstellbare Bügel speziell bei Schneidern beliebt, was ja sehr gut verständlich ist – wollte man dem Kunden das neue Stück natürlich auf das Ordentlichste präsentieren!

KonterbogenWenn man Kleiderbügel sammelt, stößt man immer wieder auf eine heute weitgehend unbekannte Form des Hakens, d...
20/06/2025

Konterbogen

Wenn man Kleiderbügel sammelt, stößt man immer wieder auf eine heute weitgehend unbekannte Form des Hakens, die ich in meiner Nomenklatur als „Konterbogen“ bezeichne. Mein erster „aristokratischer“ Bügel ist ein Beispiel für diesen Typus. Grundsätzlich findet man solche Haken bei deutschen, amerikanischen und französischen Exemplaren aus der Zeit um 1900, sowie bei deutschen Schneidermeisterbügeln von den 1920ern bis in die 1960er. Jahre.
Aufschluß über die Frage nach dem Sinn und Zweck gibt u.a. ein Patent aus dem Jahr 1925, bei dem ein „Kleiderbügel mit gekröpften Haken“ eingetragen werden soll. Da heißt es, daß der „Kleiderbügel zum Aufhängen von Uniformen, Livree-Röcken oder Jacketts, dessen Aufhänger im Gegensatz zu dem einfachen Kleiderbügel (Abb. B) z.B. nach Abbildung A gekröpft ist, zum Zwecke, den Uniform- oder sonstigen Kragen in der Kröpfung bequem aufzunehmen, …“. Auch schreibt Günther Pieper, dessen Vater 1926 in Hameln eine Kleiderbügelfabrik gegründet hatte, sein Vater hätte sich „einen speziellen Artikel ausgesucht oder entwickelt, der vorwiegend von Schneidermeistern gekauft wurde. Dieser hatte wiederum einen besonderen Haken, den Patenthaken, doppelt gebogen, in den sich der Kragen, der über den Bügel hinausragte, hineinlegte und durch den eine Faltenbildung verhindert wurde.“ Der Vater soll sogar behauptet haben, diesen Haken erfunden zu haben, aber das glaube ich nicht so recht– dagegen sprechen die vielen bekannten Exemplare aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg.
Somit haben wir es letztlich mit einer „Kragenschutzvorrichtung“ zu tun, die natürlich besonders bei Schneidermeistern Sinn ergab, die dem Kunden einen tadellosen neuen Anzug gefällig präsentieren wollten. Anders wie in Frankreich, woher ich einige „zivile“ Belegstücke besitze, die wohl auch in „besseren“ Haushalten geschätzt wurden. Da gab es auch die seltenere Variante, bei der der Konterbogen von unten in den Bügelkörper eingreift, wobei aber beide Formen von Daniel Rozensztroch unter der Bezeichnung „Facon Bordeaux“ geführt werden (Cintres Hangers, Rozensztroch 2002).

Die Form des Hakens, die ich als Konterbogen bezeichne, kommt, soweit ich es also überblicken kann, gehäuft in vier Bereichen vor:

• frühe deutsche, französische und amerikanische Anzugbügel , etwa ab 1890 bis zum 1. Weltkrieg
Diese schweren Bügel aus kräftigem Draht („twisted wire“), sowie Draht- und Holzkombinationen konnten sich langfristig nicht durchsetzen und wurden von den wohl als „wärmer“ empfundenen Holzkonstruktionen verdrängt. Lediglich aus der DDR-Produktion sind mir derartige Modelle bis in die 1960er Jahre bekannt.
• französische Bügel für den privaten Gebrauch
in Frankreich legte man schon immer Wert auf tadellose Kleidung und daher auch auf eine sachgerechte Unterbringung der gerade nicht getragenen Garderobe. So beeindruckte mich vor wenigen Jahren die Bemerkung einer jungen Französin, die in einem Interview mit Studenten aus dem Ausland gefragt wurde, was für sie in Deutschland denn besonders auffallend wäre. Sie meinte u.a., dass man – im Gegensatz zu Frankreich – in Deutschland an Garderoben so gut wie nie einen anständigen Bügel fände!
Die Abbildungen der Katalogseite , wie auch die französischen Bügel aus meiner Sammlung , zeigen verschiedene Ausführungen des Konterbogens. Jedoch nur das Model, bei dem der untere Teil des Hakens auch an der unteren Seite des Bügels austritt, wird im Katalog als cintre „Bordeaux“ bezeichnet, während Rozensztroch im Bildteil seines Buches alle Ausprägungen des Konterbogens als „facon Bordeaux“ bezeichnet.
• Amerikanische Reisebügel
Die Klappbügel aus vernickeltem Draht dürften, ähnlich wie die oben erwähnten deutschen Stücke vor dem 1. Weltkrieg entstanden sein – Linda Campell weist z.B. für den linken Bügel der Abbildung auf den Katalog von 1910 der Firma Norvell-Shapleigh Hardware, St. Louis hin.
• deutsche Schneidermeisterbügel, wohl nach dem 1. Weltkrieg bis in die 1950er Jahre
In Deutschland findet man eine besondere Form des Bügels, die ich als „Typ Welle“ bezeichne und die praktisch nur bei Schneidern verwendet wurde, die ihren Kunden naturgemäß die gefertigte Kleidung auf das Vorteilhafteste präsentieren wollten. Der Anspruch von Herrn Pipers Vater, dazu den Patenthaken erfunden zu haben ist sicher falsch, wie die Ausprägungen der Jahrhundertwende nachdrücklich zeigen, doch er war wohl derjenige, der diese Form des Schneiderbügels inclusive Patenthaken in ganz Deutschland verbreitete . Ganz Deutschland? Zumindest im Süddeutschen Raum scheint er nicht so oft gewesen zu sein, da dieser Typus hier kaum auftaucht. Im bayerischen Raum ist es häufig die einfache Standardform, in Baden-Württemberg findet man meist wieder eine andere Form als typischen Schneidermeisterbügel .

Die Ursprünge des Kleiderbügels liegen zwar nicht gänzlich im Dunkeln, dennoch, die Quellenlage ist eher bescheiden zu n...
18/06/2025

Die Ursprünge des Kleiderbügels liegen zwar nicht gänzlich im Dunkeln, dennoch, die Quellenlage ist eher bescheiden zu nennen. Unsere Experten, die rare „Spezies“ der leidenschaftlichen Kleiderbügel-Sammler, sind sich halbwegs einig darüber, dass das Kulturgut Kleiderbügel im europäischen Raum, vermutlich im Frankreich des 16. Jahrhunderts erste Verbreitung fand. Als handwerklich gefertigtes Objekt kamen Kleiderbügel ausschließlich dort zum Einsatz, wo repräsentative, oftmals kostbare Kleidung -getragen wurde – bei Klerus, Militär und Adel.
Vom Klerus habe ich einiges, sogar ein paar Stücke aus dem Bamberger Dom! Beim Militär mussten die Offiziere ihre Uniformen nebst Bügeln selbst beschaffen, da ist es schwierig zu entscheiden, ob ehemals ein Anzug oder eine Uniform auf dem betreffenden Bügel hing. Die einfachen Soldaten erhielten sog. „Kammerstücke“, in der Regel einfache Holzbügel mit einem Aufdruck der Regimentsbezeichnung o.ä. und da habe ich wiederum so einiges ab dem frühen 20. Jahrhundert.
ABER: vom Adel weiß und kannte ich – bis jetzt - so gut wie nichts, obgleich ich annehme, dass der eine oder andere meiner Bügel in adeligen Haushalten gedient haben mag. Nur ist halt nichts bekannt oder gar belegt. Nun hat ein freundlicher Herr, der 2011 auf Schloß Melschede eingezogen ist, einen Bügel aus dem Haushalt vom Baron von Wrede zu Melschede vor dem Müll gerettet – und seit kurzem ist er zu meiner großen Freude der erste „belegte Adlige“ in meiner Sammlung. Herzlichen Dank für die großzügige Spende!
Demnächst vielleicht noch ein paar Erwägungen zum Bügel, insbesondere zu dem Handgriff und dem „doppelt gebogenen“ Haken …

The origins of the coat hanger are not entirely obscure, but the sources are rather scarce. Our experts, the rare "species" of passionate hanger collectors, are somewhat in agreement that the cultural asset of hangers spread throughout Europe probably in France in the 16th century. As handcrafted objects, coat hangers were used exclusively where representative, often precious clothing was worn – by the clergy, military and nobility.
I have a quite a few from the clergy, even some pieces from the Bamberg Cathedral! In the military, the officers had to procure their uniforms and hangers themselves, so it is difficult to decide whether a suit or a uniform hung on a specific hanger. The simple soldiers received so-called "Kammerstücke", usually simple wooden hangers with an imprint of the regimental designation or similar, and there I have some from the early 20th century.
BUT: I know and knew almost nothing about the nobility - until now - although I assume that one or the other of my hangers may have served in aristocratic households. But nothing is known or even proven. Now a friendly gentleman, who moved into Melschede Castle in 2011, has saved a hanger from the household of Baron von Wrede zu Melschede from the garbage – and now, to my great delight, it is the first "documented aristocrat" in my collection. Thank you very much for the generous donation!
Soon maybe a few more considerations about the hanger, concerning the handle and the "double curved" hook in particular ...

… uns geht’s gut 😀
19/04/2025

… uns geht’s gut 😀

ich finde Kleiderbügel sehr faszinierend, aber selten würde ich das Wort "schön" bemühen - bei diesem Stück aus Frankrei...
29/03/2025

ich finde Kleiderbügel sehr faszinierend, aber selten würde ich das Wort "schön" bemühen - bei diesem Stück aus Frankreich ist es aber durchaus angemessen, oder?
Aus der Patentschrift: "PREMIÈRE ADDITION, en dale du 22 juillet 1902, au Brevet pris le 18 janvier 1898 par M. DUMAS (Albert), pour porte-vêtement automatique. (Délivrée le 29 octobre 1902; publiée le 28 février 1903.)"
Einerseits kann der Bügel zusammengeklappt werden, andererseits stellen sich die Arme "automatisch" passend zum Kleidungsstück ein.
I find hangers very fascinating, but rarely would I use the word "beautiful" - but with this piece from France it's quite appropriate, isn't it?
From the patent specification: "PREMIÈRE ADDITION, en dale du 22 juillet 1902, au Brevet pris le 18 janvier 1898 par M. DUMAS (Albert), pour porte-vêtement automatique. (Délivrée le 29 octobre 1902; publiée le 28 février 1903.)"
On the one hand, the hanger can be folded, and on the other hand, the arms "automatically" adjust to the right angle for the garment.

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